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Triple Play hängt an IPTV
25.07.2006 | Artikel drucken

Das ist so, weil alles andere weder neu noch spannend ist. Allenfalls könnten noch Discount-Preise der kommenden Anbieter von Triple Play für Telefon, Internet und Fernsehen für Überraschung sorgen. Attraktive Innovationen wird es erst dann geben, wenn die neuen Möglichkeiten des Internetfernsehens genutzt werden.

Besonders in Deutschland mit seinen vielen Free-TV Kanälen werden sich die Anbieter etwas beim Thema Internetfernsehen einfallen lassen müssen, um Kunden für ihr Triple Play zu begeistern. Und genau hier ist – und nicht nur in Deutschland – das Problem, wenn man den Ergebnissen des ersten „IPTV Monitor“ folgt.

Accenture und die Intelligence Unit des Economist haben festgestellt, dass den Verantwortlichen bei den jetzigen und zukünftigen Triple Play Anbietern weltweit zum Thema interaktives Fernsehen übers Internet nicht allzu viel einfällt. Insbesondere überwiegen die Zweifel, dass man mit diesem Eckpfeiler des Triple Play in den nächsten zwei, drei Jahren auch wirklich Geld verdienen kann. Aus diesem Grund beschränken sich fast alle auf das alte Thema Video-on-Demand-Services. Bei weitergehenden Ideen wird die Luft dann sehr dünn, wenn man einmal von dem Thema PVR - Personal Video Recording absieht. Der IPTV Monitor bringt die Konzepte so auf den Punkt: Möglichst viel werthaltigen Content – zumeist Spielfilme – über die Set-Top-Box auf möglichst große Bildschirme bringen. Navigiert wird über ein eigenes Interface des Providers, und letztlich wird oder soll dem Kunden nicht mehr auffallen, dass das Fernsehen aus dem weltweiten Internet kommt.

Die Vermutung von Accenture ist, dass erstens die Möglichkeiten des Internetfernsehens damit nicht ausgeschöpft werden und zweitens Angebote entwickelt werden, die ziemlich am Geschmack der Zuschauer vorbeigehen.

Damit liegt Accenture mit Sicherheit nicht daneben. Längst kann man im Internet sehen und erahnen, welche Zukunft dem Internetfernsehen bevorsteht. Hierbei zeichnen sich – zumindest beim internetgewohnten Publikum – im Wesentlichen drei neue Verhaltensformen der Zuschauer ab: Selbstverständlich müssen die Angebote interaktiv sein, Inhalte sollen intelligent und individuell zusammenstellbar sein und der Nutzer/Zuschauer muss die Möglichkeit haben mit eigenen Contents zum „Programm“ beitragen zu können.
Insbesondere letzteres liegt im Trend von web 2.0. Die Peer-to-Peer Video Plattform YouTube.com (mein Lieblingsbeispiel) verzeichnet inzwischen mehr als einhundert Millionen Abrufe pro Tag. Mehr Wert auf redaktionelle Steuerung legt dagegen MTV mit seinem Internetkanal „Overdrive“, der dennoch hochgradig individualisierbar ist.

Wie das alles zu finanzieren ist, zeigt in den USA der Sender ABC, der seine Erfolgsserien „Lost“ und „Desperate Housewives“ werbefinanziert im Internet laufen lässt. Das gleiche Prinzip wird auch bei der US-Ausgabe von Overdrive angewandt. Mit kurzen Werbeeinblendungen von einigen Sekunden, die nicht übersprungen werden können, aber auch wegen ihrer Kürze nicht so lästig sind wie die bekannten Werbeunterbrechungen im Fernsehen, soll eine solide finanzielle Basis gefunden werden.

Die Nachfrage nach Werbeplätzen im Internetfernsehen ist hoch und überraschend zeigt sich jetzt, dass die Werbung nun auch mehr und mehr die Peer-to-Peer Plattformen entdeckt hat, die auch für das Internetfernsehen immer wichtiger werden. In vier Jahren sollen Seiten wie YouTube bereits Werbeumsätze von insgesamt 2,5 Mrd. Dollar auf sich ziehen.

Alles in allem kann man dem Fazit des IPTV Monitor nur zustimmen: Die Triple Play Anbieter sind gut beraten, wenn sie sich bei der Frage, wie sie ihre Investitionen in neue Netze wieder hereinholen können, nicht vor allem auf alte Konzepte wie Video on Demand verlassen.

 

 

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