Erstaunlich, wie gut Unternehmen der Informations- und Kommunikationstechnologie 2008 im Ranking der 100 besten globalen Brands abschneiden. Besonders die Internet Companies legten im Vergleich zum Vorjahr kräftig zu. Als Shooting Star erweist sich wieder einmal Google mit einer 43-prozentigen Wertsteigerung der Marke. Aber auch Apple mit 24 und Amazon mit 19 Prozent Zuwachs sehen gut aus.
Mit zweistelligem Wachstum und mehr können bis auf drei Ausnahmen (Zara plus 15, Audi plus 11, Cartier plus 10 Prozent) ausschließlich Technologieanbieter aufwarten: SAP und Nintendo folgen den drei Spitzenreitern in respektvollem Abstand mit 13 Prozent, Cisco mit 12, Oracle mit 11 Prozent.
Den Spitzenreiter Coca Cola konnten sie damit dennoch (noch) nicht verdrängen: Coca Cola bleibt die Nummer eins im Ranking von Business Week und Interbrand. Allein die Marke soll nach den Berechnungen der Experten 66.667 Millionen US$ Wert sein. Auf den Plätzen zwei bis fünf hat sich auch nicht viel bewegt. Zwar tauschten IBM und Microsoft die Plätze (IBM liegt jetzt auf 2), aber beim Wert ihrer Marke tun die beiden sich nicht soviel. Mit etwas über 59.000 Millionen US$ müssen sie im nächsten Jahr noch einiges zulegen, wenn sie Coca Cola erreichen wollen. Es folgen GE und Nokia, die Finnen bringen es aber „nur“ auf knapp 40.000 Millionen.
Streifen wir weiter vorbei an Toyota, Intel, McDonalds und Disney, dann kommen wir schnell zum 10. Platz. Und da finden wir unseren Shooting Star in diesem Jahr. Google hat sich mit seiner absolut beeindruckenden Wertsteigerung glatt um zehn Rangplätze verbessert. Gegenwärtig soll die Marke 13 Millionen mehr Wert sein als Mercedes Benz mit 25.577 Millionen.
Ich will Sie nicht weiter mit Zahlen langweilen. Nur noch ein kleines bisschen Heimatkunde: SAP erreicht immer den 31. Rang und ist damit nach Mercedes und BMW (13.) die drittteuerste Marke aus Deutschland.
Was ist nun für das kommende Jahr zu erwarten? Die Marketing-Budgets werden angesichts einer befürchteten Rezession gegenwärtig bei einigen Unternehmen schon gekürzt. Coca Cola und Visa zum Beispiel, ebenso wie die US-amerikanischen Automobilhersteller. Das muss nicht unbedingt der richtige Weg sein. Gerade jetzt bei sinkenden Preisen im Werbegeschäft kommt mancher einer auf die Idee, schwächelnden Konkurrenten mit groß angelegten Kampagnen den Garaus zu machen.
Vielleicht ist das der Weg nach ganz oben für Google? Genügend Werbemöglichkeiten haben sie ja im eigenen Haus. Und wie sich jetzt abzeichnet, ist für große Aufmerksamkeit weiterhin gesorgt. Mit dem ersten Google Android Phone in den USA schlagen die Wellen gegenwärtig schon hoch. Wir werden wie immer erst später in den Genuss kommen: Ende des Jahres will die Telekom bei T-Mobile damit herauskommen. Im vierten Quartal 2008 soll das Betriebssystem aber auch als Open Source veröffentlicht werden. Das kann noch einige Bewegung in den Markt der Marken bringen.

