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Cloud Computing bringt frische Luft in die Highlands

Wer schon einmal in Inverness vorbei geschaut hat, der wird bestätigen können, dass es sich hier um ein interessantes Städtchen mit rauem Charme handelt. Worauf es in diesem Zusammenhang allerdings ankommt, ist, dass der raue Charme einiges mit den Durchschnittstemperaturen zu tun hat, die wirklich nicht besonders berauschend sind.


 

Was mich bisher allerdings gewundert hat ist, dass es so lang gedauert hat, bis dieser Temperaturunterschied genutzt wird, um der Achillesferse des Cloud Computings etwas Entsprechendes entgegenzusetzen. Das Ende der technischen Möglichkeiten, die großen Mengen an eingesammelten Daten der Kunden und die Programme laufen zu lassen, ist es, eine Computerfarm mit entsprechenden Kapazitäten bereit zu stellen. Nicht erst seitdem „Green-IT“ ein heißes Thema ist, wissen wir, dass diese Computerfarmen im Prinzip Heizwerke sind. Jedenfalls ist die Menge an Hitze, die an die Umwelt abgegeben wird, enorm.

In Inverness wird das ein wenig anders laufen. In räumlicher Nähe der geplanten Anlage stehen genug Gebäude zur Verfügung, die praktisch ganzjährig geheizt werden müssen. Ich denke, es war ein guter Ansatz, die rauen Bedingungen in Schottland zu nutzen, um für das Cloud Computing etwas Rückenwind zu bewirken. Das scheint auch notwendig zu sein, denn, wenn wir einmal die Gebirgsgegend verlassen und wieder in unsere Breiten zurückkehren, zeigt sich, dass wir es beim Thema Cloud Computing mit einer Gemengelage zu tun haben, die wenig Aussicht auf schnellen Durchblick verspricht. Ausgangspunkt für diese Einschätzung sind die Ergebnisse einer Studie, die die Zeitschrift CIO in den USA bei 173 Chief Information Officers durchgeführt hat. Eins steht auf jeden Fall fest: Cloud Computing hat eingeschlagen, wie der Stein in den berühmten stillen See. Die davon ausgelösten Bewegungen an der Oberfläche bringen jetzt fast 60 Prozent der Befragten CIOs dazu Cloud Computing zuzutrauen, die IT radikal zu verändern. Die Anzahl derjenigen, die Cloud Computing im Unternehmen bereits einsetzen, ist mit 30 Prozent allerdings viel niedriger. Wenn man aber bedenkt, dass Cloud Computing ein technologischer Ansatz ist, der noch nicht so viel Jahre auf dem Buckel hat, dann wird man, um das Potential der Befürworter einzuschätzen, auch die 17 Prozent hinzurechnen müssen, die sich im Augenblick aktiv über Cloud Computing informieren. Hinzu kommen noch die zehn Prozent, die binnen Jahresfrist Cloud Computing mit Sicherheit nutzen wollen.

Wer jetzt glaubt, dass Cloud Computing ein exzellentes Beispiel dafür sei, wie die Rezession in der IT Branche durchschlägt, der sollte etwas vorsichtig sein. Meine Einschätzung ist, dass auch die Unternehmen, die in Cloud Computing investieren, mit angezogener Handbremse fahren. Hier beziehe ich mich auf eine Aussage von fast 55 Prozent der Befragten, die generell bemängeln, dass es an konkreten Erfahrungen, Preis-/Leistungsmodellen fehle und es vor diesem Hintergrund besser sei zu warten, bis der Hype der Realität weicht. Es überrascht daher nicht, dass auch ein Teil der Befürworter überzeugt ist, dass das Konzept Cloud Computing noch Jahre der Reifung braucht.

Diejenigen, die bereits mit Cloud Computing arbeiten, nutzen es in erster Linie für Collaboration Tools wie Wikis und Webkonferenzen. Außerdem auf der Liste: Unternehmensanwendungen wie CRM oder wie ERP, Designtools für die Entwicklung von Anwendungs-Plattformen und Utilities wie Spam-Filter und Antiviren-Software.

Wie sieht es aus mit den Risiken und Problemen beim Cloud Computing? 45 Prozent der Nennungen beziehen sich auf das Thema Sicherheit. Obwohl das Thema Sicherheit nicht ausschließlich auf einen befristeten Kontrollverlust zurückgeführt werden kann, so steht es doch in Nähe der drei weiter folgenden Kategorien, die von ihrer Nennung her sehr eng zusammen liegen. Jeweils 26 Prozent befürchten Probleme bei der Integration mit bestehenden Systemen sowie den Verlust von Kontrolle über die Daten. Man kann es bereits als Fazit setzen, dass 25 Prozent generell die Verfügbarkeit bezweifeln.

03.12.2008 | Prof. Monse