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2009: The next big thing?

Der Dezember ist immer der Monat, in dem Prognosen für das Folgejahr abgegeben werden. Wer es sich einfach machen will, der schaut durchs Internet und bringt die Ergebnisse in einer Tech-Cloud zusammen. Theoretisch würde dann ein Blick reichen, um zu sehen, mit welchen Thesen die Analysten antreten.


 

Allerdings bleibt eine solche Methode am Ende des Tages doch zu kurz gegriffen, weil sie im Angesicht der aufziehenden Weltwirtschaftskrise unbefriedigend ist. Was wir in diesem Jahr wollen, sind Analysen, die Fragestellungen nach der globalen Rezession mit der nach einer radikalen Transformation des IT-Marktes zusammenbringen. Nach meiner Meinung ist es einmal mehr IDC gelungen, diese schwierige Fragestellung mit einer verblüffend einfachen Antwort zu bedienen. Weiter geholfen hat der Schnellkochtopf als Vergleich. Die momentan nur langsam wachsende Weltwirtschaft hat im IT-Markt die gleiche Wirkung wie das bekannte Küchenutensil: Sie führt dazu, dass Entwicklungen schneller vonstatten gehen und sich neue Technologien und Geschäftsmodelle schneller im Markt durchsetzen.

Wer jetzt Produkte und Dienstleistungen im Angebot hat, die beim Anwender nicht nur die Tore zur Zukunft aufstoßen, sondern auch heute schon sehr praktische Vorteile wie zum Beispiel Kostenreduktion bieten, der wird die Nase vorn haben. Dies heißt aber auch, dass eine schwere globale Rezession nicht alle IT-Unternehmen trifft, sondern einige von der radikalen Transformation des IT-Marktes ganz enorm profitieren können. Neu ist allerdings, dass die Ausrichtung der disruptiven Produkte, mit denen man in den Wettbewerb gehen will, nicht nur auf den Binnenmarkt erfolgen muss, sondern auch auf globale Segmente und Märkte, die noch überdurchschnittliche Wachstumsraten besitzen. Dazu gehören unter anderem die Schwellenländer wie beispielsweise die BRIC Länder (Brasilien, Russland, Indien und China) und das KMU-Segment (kleine und mittelständische Unternehmen). Auch in diesen Märkten zeigt sich eine klare Verlangsamung des Wachstums, sie liegen aber trotzdem noch über dem Gesamtdurchschnitt. Nicht vergessen sollte man staatliche Initiativen zum Ankurbeln der Wirtschaft und zum Sichern der finanziellen Stabilität. Sie beinhalten in der Regel Aufwendungen für neue Technologien – sicherlich ein Faktor, der den IT-Sektor wieder sehr interessant macht.

Auf welche Technologiebereiche wirken sich nun diese Trends aus. Laut IDC sind es Cloud Computing und Green IT. In beiden Bereichen erwarten die Anwender kurzfristige Kosteneinsparungen. Beim Thema Cloud Computing ist zu berücksichtigen, dass eine ganze Branche, gemeint ist die Telekommunikation, aufgrund der Erosion ihrer Umsätze neue Betätigungsfelder sucht. Dies werden zu einem großen Teil sicherlich Cloud Services sein. Dies ergibt sich allein schon durch die Art der Technik.

Und wie sieht es sonst im nächsten Jahr aus?

• Das Wachstum beim eCommerce geht sicherlich zurück. Die Hauptsache ist aber, dass die Online-Wirtschaft weiter wächst – ganz im Gegenteil zum Handel über den Ladentisch.

• Im Markt für Mobile Gadgets wird es im nächsten Jahr drunter und drüber gehen. Die Verbraucher geben weniger Geld aus und wir sind gespannt darauf, mit welchen Strategien die Anbieter versuchen ihre Marktanteile zu halten.

• Mit der zunehmenden Akzeptanz von mobilen Technologien und Web 2.0 Tools verwischen die Grenzen zwischen Arbeitsumgebung und privatem Umfeld noch mehr. Berufs- und Privatleben wachsen immer mehr zusammen.

• Was bei sozialen Netzwerken herauskommt, sieht auf den ersten Blick nicht nach „kollektiver Intelligenz“ aus, sondern nach der „Kakophonie der Vielen“. Wer aber auch im Jahre 2009 weiter auf Web 2.0 setzen möchte, was ich grundsätzlich empfehlen würde, der wird einigen softwaremäßigen Aufwand treiben müssen, um aus dem Wust der User generated Contents die „Weisheit der Vielen“ herauszuziehen.

Insgesamt denke ich, dass die Botschaft von IDC klar ist. Die Wirtschaftskrise wird dazu führen, dass Unternehmen und Verbraucher jetzt alle ihre Köpfe einziehen und sich mit IT-Ausgaben zurückhalten. Dort aber, wo klare Nutzeneffekte und Vorteile zu erzielen sind, wird weiter Geld ausgegeben.

10.12.2008 | Prof. Monse