Mobile Werbung: Hat Google noch nicht im Sack!
Eine schöne Überschrift für mein Blog ist dies sicher. Bedrohliches für Google wird damit allerdings nicht ausgesagt. Mobile Werbung ist im Augenblick das Thema, an dem sich die Geister scheiden. Wenn wir Analysten als Geister nehmen, dann gibt es wohl keinen besseren Beweis als die Differenz zwischen den Prognosen, die zwischen Umsätzen von unter einer Milliarde US$ im Jahr 2012 und 24 Milliarden für 2013 schwanken.
Über diese Spannbreite muss man sich nicht besonders wundern: Im Augenblick verdient niemand richtig Geld mit mobiler Werbung. Aber warum ist mobile Werbung so schwierig? Aus mindestens vier Gründen:
• Die überwiegende Zahl der Nutzer hat Mobiltelefone mit außerordentlich kleinen Bildschirmen.
• Zusammen mit einer komplexen Bedienung ist es für den Nutzer kein Vergnügen sich die Informationen aus der Werbung zu holen.
• Die Mobilfunknetze sind in der Regel langsam und völlig unfähig komplexe Graphiken und Video-Advertisements so einfach wie die beliebten Breitbandnetze bereitzustellen.
• Der Markt für Mobilfunkgeräte ist außerordentlich fragmentiert und macht es für Dritte schwierig Anwendungen zu entwickeln.
Es stimmt zwar, dass die Zeit auf der Seite von Google ist und Google ist ein Unternehmen dem die Zeit nicht weglaufen wird. Ich finde den Ansatz überaus richtig, sich jetzt auf die Besitzer von intelligenten Smart Phones zu konzentrieren und sich mit Anwendungen am Markt zu qualifizieren, die die technischen Möglichkeiten dieser Geräte auch ausnutzen. Google hat alles getan, um mit seiner offenen Android-Plattform dafür zu sorgen, möglichst schnell möglichst viele Anwendungen zu bekommen. Die Vorteile von Android sind unbestritten. Gegenüber anderen Plattformen wie Apples iPhone und der Symbian-Plattform ist bei Android allerdings noch nicht so viel zu sehen.
Google wird sicher selbst wissen, dass sich am mobile Markt schon ganz andere Unternehmen die Zähne ausgebissen haben. Hierzu gehören Microsoft, Sony und Qualcom. Richtig sexy sind heute andere Unternehmen. Zum Beispiel ist die Symbian-Allianz zu nennen, die von Nokia angeführt wird. Ebenso erfolgreich ist RIM mit seinem BlackBerry und man sollte auch Palm nicht vergessen, die ihren Hut weiterhin im Ring haben. Microsoft tut das, was das Unternehmen am besten kann, und investiert in die Vergrößerung der Marktanteile von Windows Mobile, während Apple mit seinen Produkten und Dienstleistungen im Augenblick wieder einmal der Star des Tages ist. Was heißt das alles für Google? Ich denke es ist außerordentlich mutig, in einen Markt einzusteigen, auf dem bereits drei Milliarden Mobilfunkgeräte verkauft worden sind. Und die Prognosen für das G1, als erstes Gerät auf der Android-Plattform, erreichen für 2008 gerade einmal 400.000. Hierzu im Vergleich sollte man sich vor Augen führen, dass Apple am ersten Verkaufswochenende eine Million Geräte des neuen iPhone abgesetzt hat.
Unter dem Strich haben wir mit dem Thema mobile Werbung zum ersten Mal etwas identifiziert, an dem auch Google sich verheben könnte. Das liegt übrigens auch daran, dass hier die Carrier eine ganz andere Rolle spielen als im normalen Internet. Zumindest diesen Unterschied muss Google scharf beobachten, wenn sich der Eintritt in den mobilen Markt nicht zum Desaster entwickeln soll.
15.12.2008 | Prof. Monse