Was bringt 2009?
Wer in diesem Jahr wissen will, wo die größten Wachstumssprünge liegen, der sollte zur Videowerbung gehen. Für das Jahr 2009 ist ein Umsatzsprung von 45 Prozent von 587 Millionen US-Dollar auf 850 Millionen US-Dollar prognostiziert. Die reinen Wachstumszahlen sagen natürlich noch nichts darüber aus, ob es ein Kinderspiel ist, mit Videowerbung die gewünschten Kontakte zu hundert Prozent zu erreichen.
Wer aber am Ende des Tages zu seiner Zielgruppe durchdringt, der weiß, dass er dann wenigstens die Herzen und das Gehirn angesprochen hat. Jedenfalls ist das der Vorteil, den die Videowerbung vor allen anderen Werbeformen verspricht. Was die Wachstumszahlen angeht, so folgt im gebührendem Abstand das Suchmaschinenmarketing mit knapp 15 Prozent. Die ungewöhnlich hohe Wachstumsrate kommt allerdings nicht daher, dass Suchmaschinenmarketing völlig gegen die Auswirkungen der Rezession geschützt wäre, aber es besitzt eine gewisse Widerstandskraft. Dies steht im unmittelbaren Zusammenhang damit, dass die Ergebnisse dieser Art der Werbung in hohem Maße messbar sind. Sein Platz in den Budgets ist damit in einem gewissen Ausmaß geschützt. In anderen Kampagnen wird diese Werbeform noch weiter zunehmen, wenn die Werbetreibenden nach sicheren und effektiven Methoden suchen, um die Furcht vor der Rezession zu bekämpfen.
Auch aus der Sicht der Konsumenten lässt sich nichts wesentlich anderes vermelden - selbst wenn mehr Geld auf dem Tisch liegenbleibt, das in 2009 nicht mehr in den Konsum gesteckt werden wird. Was gibt es hier an Einzelergebnissen, die trotz der wirtschaftlichen Lage eher die Stimmung steigen lassen? Dazu gehört, dass jüngere Internetnutzer sich viel stärker für Entertainment-Angebote interessieren. Wirkliche Hardcore-Käufer im Internet lassen sich eher unter den älteren Nutzern finden, die ein dankbares Publikum für Sonderangebote, ordentlich aufgeräumte Websites und spezifische Werbe- und Produktbotschaften sind.
Trotz all dieser optimistischen Anzeichen wird 2009 das erste Jahr sein, das die ökonomische Krise auch auf den eCommerce voll durchschlagen lässt. Unterm Strich werden etwa vier Prozent Wachstum übrig bleiben. Verglichen mit den Wachstumsraten die noch bis 2007 bei etwa 20 Prozent vorherrschten, ist dies sicherlich kein Grund zum Jubeln. Die Wachstumsrate von 4,1 Prozent, die für 2009 übrig bleibt, wird erst im Jahre 2010 der Vergangenheit angehören, wenn sich der entsprechende Wert wieder verdoppelt.
Für soziale Netzwerke sieht es insgesamt noch ganz gut aus, vorausgesetzt sie haben eine Größe erreicht, um sich am Markt selbstständig zu behaupten. Kleinere werden mit Sicherheit auf der Transferliste landen. Natürlich gilt dies nicht für MySpace und Facebook. Im Unterschied zu MySpace, das sich auf seine Größe verlassen kann, hat Facebook längst die Richtung gewechselt und positioniert sich als Business-Network.
Der relativ verhaltene Ausblick für die Online-Medien führt im Umkehrschluss zu einem pessimistischen Blick auf das, was die traditionellen Medien in der nächsten Zeit erwartet. Der wohlangesehene „Christian Science Monitor“ ist die erste nationale Zeitung in den USA, die einen Wechsel zu einer vollständigen Internetstrategie angekündigt hat. Ab April 2009 wird der Science Monitor täglich nur noch im Internet erscheinen. Damit wird er auch nicht der letzte sein, der diesen Wandel vollzieht. Einige andere Zeitungen haben zumindest eine deutliche Reduktion ihrer Publizitätsfrequenzen auf der Agenda. Ähnlich düster sieht es für die TV-Werbung aus. Für das nächste Jahr ist ein Rückgang um 4,2 Prozent auf 66,9 Milliarden US-Dollar wahrscheinlich. eMarketer hält dies nicht nur für ein Anzeichen der schwachen Wirtschaft, sondern für einen seismischen Wechsel in der Art und Weise wie TV-Werbung gekauft und verkauft wird. Videogorilla YouTube hat allerdings schon im letzten Quartal 2008 angekündigt mit Fernsehprogrammen von voller Länge in den schwachen Markt einzutreten. Weitere Unternehmen, die diesem Trend folgen, werden im Jahr 2009 auf die Bühne treten.
14.01.2009 | Prof. Monse