Video sells
Ich glaube, es wird wieder einmal Zeit auf Themen zu setzen, bei denen der eine oder andere Beobachter durchaus auch euphorisch reagiert. Jetzt fand ich, dass das Internetvideo als das Beste seit der Erfindung der Fernsehwerbung eingestuft wurde.
Jemand hat nachgezählt und herausgefunden, dass zwischen Oktober 2007 und 2008 die Anzahl der Onlinekäufer, die Videos aus der Werbung im Einzelhandel ansehen, um 40 Prozent gewachsen ist. Die Zahlen sind noch nicht besonders aussagefähig, da sie von einer sehr niedrigen Basis aus kommen. Aber wenn man bedenkt, dass die Penetrationsrate in zwölf Monaten von 17 auf 23 Prozent gestiegen ist, dann haben wir es auf jeden Fall mit einem Thema zu tun, das man nicht mehr einfach beiseite liegen lassen darf. Wer jetzt noch an die Zukunft des eCommerce glaubt, der setzt auf Video.
Das ist aber nicht an den Haaren herbei gezogen, schließlich können wichtige Indikatoren des erfolgreichen Verkaufens direkt damit in Verbindung gebracht werden. Hierzu zählt, dass die Anzahl der stehengelassenen elektronischen Einkaufswagen zurückgeht, die Rückgaberaten rückläufig sind und insgesamt die Verkäufe zunehmen. Vor diesem Hintergrund wundert es nicht, wenn der Einsatz von Video oder Streaming media auf Platz eins der Wunschliste der Onlinehändler steht, wenn es um die Veränderung der Websites in diesem Jahr geht. Bei immerhin 43,3 Prozent der Websites soll dies geschehen. Die Wunschliste setzt sich fort mit einer ganzen Reihe von Aktivitäten aus dem Umfeld von Social Networking, von denen die eine oder andere noch vor kurzem durchaus auch auf den ersten Platz hätte stehen können.
Woran allerdings noch alles scheitern kann, sind die hohen Kosten. Nicht wenige Einzelhändler kommen daher auf die Idee, Druck auf die Zulieferer auszuüben, um sich an der Entwicklung von Videocontents zu beteiligen. Jedenfalls ist dies ein Jah,r indem die Dämme brechen könnten.
Interessant war auch die Frage nach der Bereitschaft – vor dem Hintergrund der ökonomischen Entwicklung – auf bestimmte Werbeformen zukünftig zu verzichten. Nach diesen Daten muss derjenige, der auf Onlinevideo setzt, sich jedenfalls nicht vor Podcasts, statischen und interaktiven Werbebannern, aber auch nicht mehr vor der mobilen Werbung fürchten. Wovor sich die Enthusiasten des Onlinevideos allerdings in Acht nehmen müssen, sind Social Networks und Blogs, das Suchmaschinenmarketing sowie User Generated Content.
Abzuwarten bleibt, wie die nächste Welle ausgehen wird. Zurzeit wird viel daran gearbeitet. Zum einen geht es darum, die Videocontents technisch so aufzumöbeln, dass sie relativ leicht auf andere Websites verschoben werden können. Hierbei ist an Social Networks und Videosharing-Plattformen zu denken. Und wer einmal damit angefangen hat, der wird anschließend darüber nachdenken, wie er es dem Konsumenten leicht machen kann, Videocontents in sozialen Netzwerken, Blogs, Bookmarking-Services oder eMails, das heißt sehr persönlich, zu verwenden.
28.01.2009 | Prof. Monse