Nahezu alle Industriebetriebe bekommen derzeit auf die eine oder andere Weise Auswirkungen der Wirtschaftskrise zu spüren. Business Intelligence, Rationalisierung und Automatisierung sind gängige Strategien um Absatzverluste auszugleichen. In allen drei Bereichen bietet sich der Einsatz von RFID-Technologie an. Viele Unternehmen stehen in den Startlöchern und warten auf ein positives Datenschutz-Signal aus Brüssel.
Die Experten sind sich einig: Die Folgen der Krise für große, kleine und mittelständische Unternehmen könnten durch RFID–Einsatz deutlich abgemildert werden. Logistik und Transport, Materialwirtschaft und Produktion, Versand und Vertrieb – die Einspar- und Rationalisierungsmöglichkeiten sind äußerst vielfältig. Auch die mögliche Einsparung von CO2-Emissionen durch RFID ist ein oft ins Feld geführtes Argument.
Aber auch Großunternehmen können sich die Effizienz der Technologie zu Nutze machen. Ein aktuelles Beispiel: Die Volkswagen AG hat zusammen mit IBM den Materialfluss zwischen Lieferanten und Hersteller in Zusammenarbeit auf RFID umgestellt; dies soll allein im Wareneingang den manuellen Aufwand um 80 Prozent verringern. Papierbelege und Barcode-Aufkleber gehören damit zumindest in Wolfsburg der Vergangenheit an. Ganze Paletten werden automatisch eingebucht und landen an der richtigen Montagestraße. Die im vorausgegangenen Pilotprojekt aufgetretenen Störungen durch Metallbehälter sollen nun weitgehend elimiert worden sein.
Trotz aller Vorteile: Die im Windschatten der RFID-Einführung aufgekommene Datenschutzdebatte ist keineswegs zu Ende. Auch wenn Experten und Verbände kontinuierlich auf bestehende Sicherheits- und Datenschutzrichtlinien hinweisen, fehlt vielen potentiellen Anwendern noch der Glaube an die Sicherheit der Technologie. Hierzu hat die zögerliche Arbeit der Europäischen Kommission an ihrer „Empfehlung zum Datenschutz und zur Sicherheit von RFID“ sicherlich ihren Teil beigetragen. Unternehmen brauchen gerade jetzt Sicherheit bei betrieblichen Investitionen – Brüssel sollte sie gewähren.

