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Fernsehen des 21. Jahrhunderts

Web 2.0 ist längst ein Massenphänomen: Die Bedeutung der Nutzungsdauer pro Nutzer auf Web 2.0-Seiten wächst. Diese „Einschaltquoten“ bestimmen mit über die Erträge aus Werbeanzeigen und anderen Marketingmaßnahmen – je länger ein Nutzer auf einem Portal verweilt, desto mehr Anzeigen kann man ihm zu Gesicht bringen.


 

Es kommt auf die Betrachtungsweise an: Eigentlich ist Web 2.0 nicht Internet im klassischen Sinne, sondern in erster Linie ein Entertainment-Medium; freilich angereichert um die Aspekte Kommunikation und Kontaktpflege. Wohl auch aus diesem Grund hat sich Nielsen für eine Art „Einschaltquotenmessung“ beim Ranking internationaler sozialer Netzwerke entschieden (ECIN berichtete): Während Facebook insgesamt mit 13,87 Milliarden Minuten die Nutzungsdauer anführt und 699 Prozent seit dem letzten Jahr zulegen konnte, ist Myspace nach wie vor bei der Übermittlung von Web 2.0-Videoinhalten führend.

Marketer sollten diese Daten in ihren Kampagnenplanungen und insbesondere bei der Wahl des Werbemediums berücksichtigen, zumal die Online-Werbung bislang als einziges Medium die Wirtschaftskrise ohne allzu große Probleme zu meistern scheint. YouTube ist mittlerweile für viele Nutzer bei Video-Inhalten erste Wahl, Redaktionen lassen sich von Twitter informieren und telefoniert (mit Bild und Ton) wird mittlerweile über Skype: Das Web 2.0 ist längst im Alltag angekommen, zumindest bei jüngeren Nutzern.

Die wachsende Beliebtheit von datenintensiven Web 2.0-Applikationen wie Video- und Audiostreams, Widgets und Datenaustausch macht sich allerdings zunehmend für die Telekommunikationsunternehmen bemerkbar: So seien laut Klaus Oestermann von Citrix statische "Web-1.0"-Seiten deutlich weniger datenintensiv; sie erforderten oft nur eine Antwort auf eine Anfrage. Die Nutzer von sozialen Netzwerken hingegen seien oft lange Zeit mit dem Server verbunden – insbesondere transkontinentale Video-Verbindungen seien extrem ineffizient. Um dem Web 2.0 tatsächlich den endgültigen Durchbruch als selbstverständliches Alltagsmedium im Rang des heutigen Fernsehens zu ermöglichen, sind also kluge Effizienz-Strategien und ein weiterer Ausbau der Datennetze nötig, um dem wachsenden Transfervolumen zu begegnen.

09.06.2009