Jede Woche gut informiert - jetzt den kostenlosen Newsletter ECIN Weekly abonnieren:

Erhalten Nutzungsbedingungen

Digitale Generation – schon wieder?

Es gibt eine Menge Generationen: Generation X, Generation Y, Baby-Boomer, Millenials, sogar eine die sich „Golf“ und eine andere die sich „Praktikum“ nennt. Nun tritt erneut, durch die EU-Kommission, die „digitale Generation Europas“ ins Blickfeld – war da nicht schon mal was?


 

Wer Ende des 20. Jahrhunderts geboren ist, für den sind Computer keine futuristischen, wandschrankgroßen Phänomene mehr, sondern völlig normale, alltägliche Gebrauchsgegenstände. Da dies in den älteren Generationen „X“ und „Babyboom“ offenbar immer noch nicht angekommen ist, wird in regelmäßigen Rhythmen erneut die „digitale Generation“ der 16 bis 24jährigen ausgerufen. Dies ist durchaus schon öfter passiert: Bereits 1999 rief der SPIEGEL mit dem Zukunftsforscher Horst Opaschowski die „Generation @“ aus - weitere folgten. Die Kinder der „Generation @“ sind heute zehn Jahre älter – wer damals 15 war, ist heute 25 und fällt demnach schon aus der offiziellen digitalen Generation der EU heraus.

Die Generation, die in ihrem Berufsleben kaum mit Computern in Verbindung stand beziehungsweise noch in der Lage war, sich mehr oder minder erfolgreich gegen die Berührung mit den „Rechenknechten“ zu sträuben, ist bereits mehrheitlich in Pension gegangen. Wer heute im Berufsleben steht, hat nahezu zwangläufig in allen Branchen mit Computern und dem Internet zu tun. Die eigene Firmenhomepage, Online-Werbung oder- Auftragsakquise sind selbstverständlich geworden, zunehmend werden Web 2.0-Strukturen zur Vernetzung im B2B-Bereich verwendet.

Es ist schwierig bis unmöglich, das Leben und Treiben im Internet nach Generationen zu segmentieren. In Wirklichkeit verschwimmen die Grenzen: 60jährige kaufen online ein, Endvierziger bloggen, die Altergruppe ab 30 nutzt eifrig das Web 2.0 und steht den unter 20jährigen in punkto Nutzungsintensität kaum noch nach. Denn nicht nur „wir Krisenkinder“ (noch eine Generation) nutzen das Internet oder das Web 2.0 exklusiv – es ist ein gesamtgesellschaftliches Phänomen geworden.

06.08.2009 |