Gesamtwirtschaftlich geht es langsam wieder besser, online ist die Krise gar nicht voll durchgeschlagen: Zeit für Innovationen und Unternehmergeist - sollte man meinen. Zuwenig Mut und zuviel heiße Luft prägen das Bild der deutschen Internetwirtschaft.
Jetzt mal unter uns: Nein, es ist überhaupt nicht interessant ob ein eShop seine Hintergrundfarbe ändert, eine Werbeagentur ihr Webdesign überarbeitet oder ob Herr X, der vorher bei Firma Y arbeitete, jetzt zu Firma Z gewechselt ist. Dass die Onlinewerbung die Krise gut durchlitten hat, dass „Netbooks sich für den mobilen Einsatz eignen“, wie ein großer deutscher IT-Verband schreibt, dass Google den Informationsweltmarkt dominiert – schon mal gehört und dabei gegähnt?
Was derzeit fehlt, sind Nachrichten. Gute und interessante Nachrichten von Unternehmen und risikofreudigen Innovationsträgern, die sich etwas trauen und neue Wege beschreiten. Studien und Prognosen, die auf breiter und verlässlicher Basis recherchiert eine wirkliche Entscheidungshilfe bieten können und nicht: „Firma XY hat unter 35 ihrer Kunden eine Umfrage durchgeführt, dabei kam überraschenderweise heraus, das die eigenen Produkte doch die Besten sind.“
Sicherlich wünscht sich niemand die Zeiten des "Neuen Marktes" zurück, als aus jedem Gäste-WC mit ISDN-Anschluß ein millionenschweres Unternehmen, strotzend vor „intellektuellem Kapital“ wurde. Doch sollte dies die Lust an der Innovation und an guter PR-Arbeit nicht nehmen: Seriös kommunizierte, fundierte Ideen mit erkennbarer Zukunftsperspektive werden immer ein Publikum finden. Das Netz wartet!

