Cloud-Computing bringt die IT zu einer neuen Existenzstufe – gleiches gilt aber auch für Bedrohungen und entsprechende Sicherheitsmaßnahmen. Wer effizient, vernetzt und ressourcenschonend arbeitet, muss nicht immer Gutes im Sinn haben.
Wer immer schon ein schales Gefühl dabei hatte, dass seine Geschäftsdaten künftig nicht mehr auf der heimischen Festplatte, sondern in einer anonymen Serverfarm landen, darf sich derzeit ein wenig bestätigt fühlen: Vor dem Hintergrund der Auseinandersetzung Googles mit der chinesischen Regierung hat ein Angriff auf die technische Infrastruktur des Suchmaschinenprimus stattgefunden. Obwohl die gespeicherten Daten (unter anderem auf den Cloud-Systemen) sicher geblieben sein sollen, stellt sich eine berechtigte Frage: Was, wenn die neue Technologie und/oder die eigenen Daten in übelwollende Hände geraten?
Diese Frage wurde unter anderem beim 26. Chaos Communication Congress des Chaos Computer Clubs (CCC) in Berlin aufgeworfen: Die IT-Veteranen bezeichnen die neue Technik als „Cloudy Computing“ und sehen in ihr vor allem für Hacker und Botnetze großes Potential: Hackerangriffe, Cracking und die Kontrolle von Botnetzen werden künftig direkt aus der Cloud erfolgen, so ein CCC-Mitglied. Ein anderes Mitglied sieht sogar in Cloud-Computing und Botnetzen „konvergierende Technologien“, d.h.: prinzipiell gingen beide Methoden vom selben Ansatz aus – eine steile These. Immerhin: Der Missbrauch von Cloud-Systemen sei „nicht ganz trivial“, wie sich Frank Rieger vom CCC abschließend äußerte.
Während Google wieder einmal die Vorreiterrolle einnimmt und Microsoft mit einer Cloud-Kooperation mit HP wieder einmal hinterhechelt, sehen andere bereits große Schlachten kommen: Vereinzelt unkt man bereits von einem heraufziehenden Cyber-Krieg, die Urheber der Aktion werden in China vermutet. Neben Google soll es noch 33 andere große Firmen getroffen haben. Cyber-Krieg oder nicht: Das Vertrauen der potentiellen Kunden ist, wieder einmal, bereits vor der Einführung einer sinnvollen, geld- und ressourcensparenden Innovation gefährdet. Unternehmen, die Cloud-Lösungen anbieten möchten, sollten zuerst in Sicherheitsaspekten, dann in Gewinnabsichten denken – unsicheren Serverfarmen vertraut niemand sein wertvolles digitales Saatgut an.

