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Mobiles Miteinander

Schluss mit lustig, die Schlacht ist eröffnet: Nahezu alle namhaften Internet-Schwergewichte gehen derzeit auf Einkaufstour, übernehmen mobile Werbeanbieter, innovative Start-Ups oder gründen gleich selbst mobile Sektionen. Das weckt Erinnerungen.


 

Google will AdMob, Opera kauft AdMarvel, Apple will QuattroWireless schlucken und, hört hört, paktiert womöglich mit Microsoft: Der Kampf um den Thron des Platzhirschen im mobilen Netz ist in vollem Gange, seltsame Allianzen inbegriffen. Während das festnetzbasierte Internet unzweifelhaft von Google beherrscht wird, ist der mobile Kuchen längst noch nicht verteilt. Derzeit dürfte Apple mit iPhone und AppStore im mobilen Geschäft die Nase vorn haben; mobile Browser kommen derzeit in den Varianten „mobile“ und „mini“ mehrheitlich vom skandinavischen Hersteller Opera. Eine wirkliche, mit Google im Festnetz vergleichbare, Dominanz ist mobil aber noch nicht zu spüren.

Viele Blogs und Experten ziehen derzeit Vergleiche zur Entwicklung des Festnetz-Internets; mehrheitlich hat man sich auf das Jahr 1998 geeinigt. Damals hieß die beliebteste Suchmaschine Altavista, ins Internet ging man mit dem Netscape Navigator und in Mountain View wurde ein kleines Start-Up gegründet: Google. Vergleichbares ist aber am Horizont noch nicht auszumachen. Die Fehler, die viele Unternehmen damals begingen, sollen nun nicht noch einmal passieren: Microsoft nahm das Internet anfangs viel zu wenig ernst, Apple steckte in einer Absatzkrise, viel Geld verpuffte in Garagen-StartUps mit fragwürdigen Geschäftsmodellen und fruchtlosem Konkurrenzdenken.

Das noch nicht offizielle Bündnis zwischen Apple und Microsoft zur Einführung von Bing mobile als Standard-Suchmaschine auf dem iPhone zeigt einen Bewusstseinswandel. Was noch vor ein paar Monaten niemand auf der Rechnung hatte, macht der Aufstieg von „Nexus One“ und Android als ernstzunehmenden Konkurrenten möglich: Apple und Microsoft haben einen gemeinsamen Gegner und vertragen sich – wer hätte das 1998 gedacht?

21.01.2010