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Applikationen für Millionen

2010 wird das Jahr der Apps: Was anfangs noch als Spielerei für verwöhnte iPhone-Besitzer galt, ist zu einem potenzielle n Milliardenmarkt geworden – erfunden und dominiert von Apple. Die Mobilfunkprovider und die anderen Endgerätehersteller haben den Trend mehr oder weniger verschlafen – bis jetzt.


 

Apps machen Umsatz, viele Menschen glücklich und seit heute auch Politik: Bis in die Niederungen des Europaparlaments sind sie schon vorgedrungen. Der Streit um das GEZ-Gebühren-finanzierte und daher kostenlose Tagesschau-App soll nun von der EU-Kommission entschieden werden. Die FDP fürchtet eine Wettbewerbsverzerrung gegenüber kostenpflichtigen Apps anderer Anbieter, beispielsweise der Bild- und Welt-Apps aus dem Hause Springer.

Das App wird also ernst genommen, besonders von denjenigen, die noch keins im Angebot haben: 99,4 Prozent aller mobilen Apps 2009 wurden von Apple verkauft. Samsung, LG und SonyEricsson mussten sich die verbliebenen 0,8 Prozent obendrein noch mit den Mobilfunk-Betreibern teilen. Mit der nun gestarteten „Wholesale Application Community“ (ECIN berichtete) soll dies nun ein Ende haben – mal sehen.

Nicht nur im mobilen Sektor breiten sich Apps aus, auch in sozialen Netzwerken, auf News-Seiten und sogar im eCommerce halten kleine Web-Anwendungen ihre Nutzer auf dem neuesten Stand. Der geneigte Leser hat es sicher schon bemerkt: Was früher Widget hieß, heißt heute App - weil hipper. Und da nun selbst politische Parteien ihre eigenen Apps einführen ist wohl klar: Eine Currywurstbude ist ohne mobilen Pommeskonfigurator nur noch die Hälfte wert.

Doch Spaß beiseite: Gartner prognostiziert 6,2 Milliarden US-Dollar Umsatz für 2010 – nicht nur für Apple. Für die Entwicklung des eCommerce ist der explodierende mobile App-Markt von entscheidender Bedeutung, denn: Musik und Filme kann man entweder herunterladen oder im Laden kaufen, gleiches gilt für Software. Mit den Apps wird nun aber erstmals ein genuin digitales Gut rein digital vertrieben. Die störende Begleitmusik aus Kopierschutzproblemen, Bezahlschwierigkeiten und mangelnder Kompatibilität der Produkte bleibt in aller Regel aus: Wer eine Anwendung in einem App-Store erwirbt, kauft das erste lupenreine eCommerce-Produkt – innerhalb von Sekunden und ohne Paketdienst.

18.02.2010