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ePayment – Moral inklusive
28.09.2004 | Artikel drucken

Schluss mit Porno, zweifelhaften Stimulanzien und Glückspiel: Wer diese oder andere nicht erlaubte Produkte in den USA per PayPal bezahlt oder zur Bezahlung anbietet, wird vom Anbieter des Zahlungssystem mit einem Bußgeld von 500 US$ belegt.

Dass man mit einem Zahlungsmittel ausschließlich, sagen wir einmal „moralisch einwandfreie“ Produkte erwerben kann, ist ein Phänomen, das mir bislang noch nicht begegnet ist. Beim Geld in Form von Cash bin ich mir sicher: Ich kann damit wirklich alles bezahlen, was mir angeboten wird. Ob es bei Kreditkarte, Online-Überweisung, mobilem Payment möglicherweise Einschränkungen gibt? Eine kleine Recherche beim Beate Uhse Online-Shop hilft weiter, wenn auch AGB im Allgemeinen und Zahlungsarten im Besonderen erst nach längerem Suchen zu finden sind. Hier zahlt man ganz traditionell auf Rechnung oder in Raten per Bankeinzug. Es scheint, dass Kreditinstitute keine Probleme damit haben…

Aber dennoch ist die Strafe wohl kaum moralisch gemeint. Von Seiten PayPal heißt es, das Verbot sei rein geschäftlich begründet, denn beim Glücksspiel und Porno liege die Betrugsrate wesentlich über dem Durchschnitt. Und schließlich, wie neben zahlreichen anderen Informationsdiensten auch InternetNews berichtet, hat das Mutterunternehmen eBay im vergangenen Jahr 10 Mio. US$ wegen Verletzung des US Patriot Act im Zusammenhang mit Zahlungen rund um Online Glückspiel bezahlen müssen. Wohl auch deswegen wurde nach der Übernahme von PayPal im November 2003 der ganze Wettbetrieb eingestellt.

Nun ja, mag man sich denken, in den USA haben sie schon immer ein bisschen rigorosere gesetzliche Bestimmungen gehabt. Und tatsächlich: Ganz neu ist das Verbot gar nicht, nur die Strafe. Im Rahmen der PayPal Acceptable Use Policy (http://www.paypal.com/cgi-bin/webscr?cmd=p/gen/ua/use/index_frame-outside) ist von A wie „Academic Software“ bis W wie „Weapons and Knives“ schon länger genau festgelegt, was man mit PayPal bezahlen darf und was nicht. Ganz am Rande dazu: Nicht nur Michael Moore würde es sicherlich unterstützen, dass Waffen bis auf ganz wenige Ausnahmen zu den nicht erlaubten Produkten gehören.

Wie sieht es bei uns in Deutschland eigentlich aus? Gibt es bei PayPal.de auch eine Liste, in der geregelt ist, was zulässig ist und was nicht? Tatsächlich, genau die gleiche, wie beim US-Angebot, ist als PayPal Nutzungsrichtlinie zu finden (https://www.paypal.com/de/cgi-bin/webscr?cmd=p/gen/ua/use/index_frame-outside). Von Strafen ist allerdings nicht die Rede…

Wer nun ganz verwirrt ist, und nicht mehr weiß, wie, was und ob überhaupt im Internet bezahlt werden darf und kann, dem kann ich hierin der gebotenen Kürze auch nicht weiterhelfen. Allerdings gibt es am nächsten Mittwoch (6. Oktober) eine interessante Veranstaltung der European E-Commerce Academy (http://www.ecommerce-academy.org), die unter dem Titel „Einfach bezahlen – Status Quo beim E- und M-Payment“ Aufklärung bieten wird. Es kommen eine Reihe von namhaften Referenten, unter anderem auch der Geschäftsführer von PayPal Deutschland, Malte Frerk-Feller. Wenn Sie also zufällig in Düsseldorf sein sollten – ich gehe auf jeden Fall hin.

 

 

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