Auf der Suche nach Supergoogle
Mit bezahlten Kleinanzeigen können Suchmaschinen viel Geld machen: So gibt es bald mit Microsoft den dritten im Bunde der Sponsored-Links-Verdiener. Aber die kleinen Konkurrenten schlafen nicht - ob in diesem Jahr auch der Mehrwert für uns Nutzer steigt? Oder wir für das Suchen bezahlt werden?
Ganz aus der Luft gegriffen ist die Überlegung nicht: Bei Blingo (http://www.blingo.com) nimmt man bei jeder Suche automatisch an einem Gewinnspiel teil. Neben Gutscheinen von Amazon oder Kinokarten werden angeblich auch große Preise wie ein Dell 42" Plasma TV verlost. Aber leider: Bemühen Sie sich nicht. Ich habe es auch mit den unterschiedlichsten Begriffen versucht und blieb - was die Preise angeht - erfolglos. Um mich zu trösten, warf ich einen Blick in Teilnahmebedingungen: Älter als 17 Jahre bin ich mittlerweile zwar ganz eindeutig, aber ich wohne nicht in den USA. Es hat also gar keinen Zweck. Und zudem habe ich ganz vergessen, mir meine Suchergebnisse anzusehen. Wirklich sinnvoll ist dieses Angebot für mich also nicht.
Unter Mehrwert verstehe ich etwas anderes: Ich brauche dringend relevantere Suchergebnisse! Für einige Zwecke werden mir die zunehmend lokaler möglichen Bezüge der Treffer schneller zu brauchbaren Links verhelfen. Bei anderen Problemen ist die Lösung noch nicht ganz so greifbar nah. Aber manches zeichnet sich schon am Horizont ab. Geht es zum Beispiel um den Online-Einkauf, ist ein Trend unübersehbar. Die spezialisierten Suchen, wie Kelkoo, guenstiger und andere, sind längst die Favoriten. In Zahlen belegt wird das unter anderem von Hitwise und Jupiter. „Vertikalisierung“ wird das Phänomen genannt.
Und nicht nur beim Einkauf liefern die spezialisierten Suchen einfach schneller die besseren Ergebnisse. Auch beim Dating (http://datingsearch.lycos.com/) oder bei der Jobsuche (http://www.indeed.com/) liegen die Nischenanbieter mindestens gut im Rennen. Die Beispiele sind Ihnen schon bekannt? Was halten Sie von „Mynannycalledinsick“ (https://www.mynannycalledinsick.com) - als kleiner Beitrag zur besseren Vereinbarung von Familie und Beruf auch in Krisenzeiten sicherlich interessant.
Wenn man allerdings wirklich Informationen sucht, ist der Weg in die Nische nicht unbedingt hilfreich. Vielsprechender sind in diesem Zusammenhang Konzepte, die mich als Suchende proaktiv unterstützen: Die „Smart Folder“ Technologie von Blinkx haben wir bei ECIN schon im vergangenen Jahr vorgestellt (http://www.ecin.de/news/2004/11/19/07730/index.html). Die Anfragen laufen im Hintergrund ab, ausgeführt von einem Tool, das versteht, wonach User suchen, und die entsprechenden Informationen besorgt. Und seit neustem guckt blinkx auch fern (http://www.blinkx.tv/) und versteht angeblich sogar, was gezeigt wird… Auf jeden Fall: es gibt auch eine Namen für diesen Trend. „Webification“ lautet die Bezeichnung für die zunehmenden Möglichkeiten auch traditionell nicht im Internet verfügbare Inhalte mit Hilfe von Suchwerkzeugen aufzuspüren.
Ein ähnliches Werkzeug bietet jetzt auch Intellext (http://www.intellext.com) an, das mit dem bezeichnenden Namen „Watson“ wohl auch die Lösung für schwierige Fälle finden soll. Watson beobachte wie ein ständiger Begleiter, womit sich der Anwender am PC gerade beschäftigt. Ob Word, Power Point oder HTML-Dokument, Watson scannt mitleidlos den Inhalt und führt im Hintergrund eigenständig Metasuchen durch. Die Ergebnisse präsentiere das Programm nur mit Genehmigung des Nutzers, so die Anbieter - um in Pausen nicht zu stören.
Bei aller Aufmerksamkeit für die aufstrebenden Konkurrenten wollen wir aber unsere unersetzliche Nummer Eins nicht vergessen. Es lohnt sich immer wieder einen Blick in die Google Labs (http://labs.google.com/) zu werfen, um zu sehen, an welchen Neuerungen gerade gearbeitet wird. Vielleicht verdient sie sich hier ja gerade den Supergoogle Titel.
16.03.2005 | Monika Gatzke