Die Wissenschaft hat festgestellt: Der Intelligenzquotient sinkt um zehn Punkte bei denjenigen, die unter so genannter „ Infomanie“ leiden (Infomanie wird übrigens durch mobile Technologie hervorgerufen). Genauso wirkt sich auch eine Nacht ohne Schlaf aus. Der Genuss von Marihuana dagegen lässt den IQ nur um vier Punkte sinken - echt krass…
Ausgerechnet HP warnt vor den Folgen des „Always-on“-Lebensstils: „Abuse of Technology can reduce UK workers’ intelligence“ (http://h41131.www4.hp.com/uk/en/pr/UKen22042005142004.html). In einer von den Technologie-Experten des bekannten Herstellers beauftragten Studie habe sich herausgestellt, dass 62 Prozent der Erwachsenen geradezu süchtig danach seien, den Nachrichteneingang auch außerhalb der regulären Arbeitszeiten und während der Ferien kontinuierlich zu checken. Immerhin die Hälfte aller Mitarbeiter antworte auf eine eMail sofort oder innerhalb von 60 Minuten. Ein Fünftel würde sich freuen, zur Beantwortung einer eMail oder telefonischen Nachricht ein geschäftliches oder privates Treffen unterbrechen zu können.
Soweit, so gut. Wahrscheinlich kennen Sie das Phänomen ebenso wie ich aus eigener Erfahrung: Nachrichten haben Suchtpotential. Und besitzt man erst einmal ein funktionierendes mobiles Gerät, wird der Drang, ständig die eingehenden Nachrichten im Blick zu halten, nicht kleiner. Was mich nur wundert: Warum bleiben so viele eMails immer wieder unbeantwortet? Jede dritte Kundenanfrage lande im Papierkorb, haben wir zum Beispiel noch Anfang des Jahres als Quintessenz einer Studie berichtet (http://www.ecin.de/news/2005/01/28/07939/index.html). Dabei liegt die Lösung doch auf der Hand: Mehr mobile Geräte für die Mitarbeiter! Blackberrys, Smart Phones oder hybride PDAs für alle!
Ich nehme gern den neuen HP iPAQ hw6500 Mobile Messenger, der im Sommer auf den Markt kommen soll… Wenn dann nicht schon der MDA IV erhältlich ist…Der wird ja diese wunderbare Tastatur haben und schön zum Aufklappen sein… Außerdem UMTS-fähig und mit wLAN… Aber das ist gar nicht die Stoßrichtung, die HP verfolgt. Sie wollen ja das Problem angehen, das ich gerne hätte. Ein Tool, das 24/7 Verfügbarkeit ermöglicht, für mehr Produktivität, auch während Meetings und in meiner Freizeit, berge die Gefahr, dass in Folge falscher Nutzung mein IQ und damit mein Output sinke. Oh HP-Experten, wie könnt Ihr mir nur so in den Rücken fallen. Mit welchen Argumenten soll ich denn meinen dringendsten Wunsch dieses Jahres nun noch untermauern? Ich denke nicht, dass es meinen Chef überzeugt, wenn ich verspreche, die „best practice tipps“ (http://www.hp.com/uk) auswendig zu lernen, zum Beispiel: Checke Nachrichten nur auf dem Weg von einem Meeting zum anderen.
Was bleibt? Dass die ganze Untersuchung wissenschaftlich weder hieb- noch stichfest ist, könnte vielleicht weiterhelfen, richtig gut nachvollziehbar haben die Kollegen von intern.de die kritische Diskussion zusammengefasst (http://www.intern.de/news/6667.html). Und da mein Chef ohnehin zu den 30 Prozent (HP-Studie) gehört, die glauben, es sei nicht nur durchaus akzeptabel, dass man während Meetings eMails und andere Nachrichten beantwortet, sondern im Gegenteil effizient und ein Zeichen von Eifer, ist das Problem die Lösung. Ich schicke ihm unverzüglich mein Blog per eMail und verspreche per SMS, dass ich nie, nie, nie Marihuana rauchen oder sonst wie konsumieren und jede Nacht mindestens sieben Stunden tief und fest schlafen werde - sobald ich eins der beiden oben genannten Geräte bekomme…
