Für die KMU dient das Internet auch heute noch in erster Linie dem Dialog mit Partnern und Kunden. Der Online-Vertrieb steht dagegen noch deutlich zurück. Geht es um die Ziele, so nennen Entscheider den Ausbau der eigenen Marktposition sowie die Verbesserung des Kundenservices als ihre wichtigsten Anliegen.
Wie nutzt der Mittelstand das Internet tatsächlich? Mit dieser Fragestellung beschäftigte sich die „eProfit-Studie 2002“ der DKN. In einer anonymen, repräsentativen Untersuchung wurden hierfür 260 IT- und DV-Entscheidern aus überwiegend klein- und mittelständischen Unternehmen befragt.
Das Internet spielt für KMU trotz des Einbruchs der Internet-Euphorie eine zunehmend gewichtigere Rolle. Chancen ergeben sich für die Unternehmen vor allem aus der Möglichkeit, Märkte schnell zu durchdringen und dabei wie ein „global player“ aufzutreten.
Die Begeisterung für Online-Projekte ist allerdings teilweise gebremst. Negative Schlagzeilen über erfolglose beziehungsweise gescheiterte Online-Projekte oder geschlossene Internet-Startups haben die eCommerce-Euphorie zunächst in ihre Schranken gewiesen. Oft fehlt es hier an fundiertem Wissen und Erfahrung im Management und im Marketing.
Grundsätzlich messen zwei Drittel der Befragten KMU dem Internet eine hohe bis sehr hohe Bedeutung zu. Die Entscheider gehen die Nutzungsmöglichkeiten und die Potentiale des WWW jedoch auf unterschiedliche Art und Weise an. Gerade mal ein Drittel der befragten Unternehmen verfügen über ein detailliertes Internetkonzept bzw. eine differenzierte Strategie.
Die Potentiale des Internet werden von den KMU somit erkannt, jedoch spielen bei der Umsetzung folgende Faktoren eine „bremsende“ Rolle (Mehrfachnennung möglich):
- bei über 30% der Unternehmen sind zu geringe oder gar keine personellen Ressourcen für die Umsetzung eines solchen Projektes vorhanden,
- lediglich 50% der Unternehmen geben an, zumindest einen verantwortlichen Projektleiter oder Mitarbeiter der IT-Abteilung für die Umsetzung abstellen zu können,
- der überwiegende Teil der Projekte wird nach wie von der Geschäftsführungsebene initiiert und gesteuert,
- ein Drittel der Befragten geben an, das durch bestehende hierarchische „verkrustete“ Unternehmensstrukturen Projekte nicht flüssig realisierbar sind,
- Berührungsängste sowie mangelndes Fachwissen über die Nutzungsmöglichkeiten von Anwendungen im Internet durch Mitentscheider, so über die Hälfte der Befragten,
- bei über 30% der Unternehmen müssen bestehende gewachsene Arbeitsabläufe im Unternehmen zwangsläufig neu strukturiert werden (bei den größeren Unternehmen sogar 65%).