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07.03.2006 - Die Deutschen sind nicht bereit, mehr Minuten über das Handy zu telefonieren. Die hohen Preise sollten deshalb gesenkt und Strategien zur Abwanderung vom Festnetz erörtert werden.

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Mobiler Nachzügler Deutschland

07.03.2006

Die Deutschen sind nicht bereit, mehr Minuten über das Handy zu telefonieren. Die hohen Preise sollten deshalb gesenkt und Strategien zur Abwanderung vom Festnetz erörtert werden.

Mit rund 90 Prozent hat Deutschland im Mobilfunkmarkt zwar eine hohe Durchdringungsrate, aber die Handynutzung liegt hierzulande weit unter dem europäischen Durchschnitt. Das hält eine Studie der Mercer Management Consulting fest. 2004 lagen die mobilen Minuten pro Teilnehmer und Monat durchschnittlich bei rund 45 Minuten. In England waren es 88 Minuten und in Frankreich sogar 144 Minuten. Auch im Vergleich Festnetz vs. Mobilfunk sind andere Europäer stärker: So wurde in Frankreich und in Spanien im Jahr 2004 mit dem Handy etwa die Hälfte telefoniert. In Deutschland wurden knapp ein Viertel der Gespräche über das Mobilfunknetz geführt. Als wesentliche Ursache erkennt die Studie die Preise für mobile Kommunikation, denn die durchschnittliche Mobilfunkminute war fast fünf Mal teurer als die Festnetzminute. In Frankreich beläuft sich dieser Wert auf lediglich 1,8. Trotz des niedrigeren Preisniveaus erzielten Mobilfunkanbieter in Europa im Jahr 2004 einen durchschnittlichen monatlichen Umsatz pro Kunde von rund 30 Euro. In Deutschland waren es 24 Euro. Unmittelbare Wachstumschance sehe man deshalb auch in der Senkung der Preise. Passe man das Preisniveau dem europäischen Standard an, ließe sich die Mobilfunknutzung durchschnittlich um 14 Prozent pro Jahr steigern. Bis zum Jahr 2010 sei damit eine Umsatzsteigerung pro Kunde auf 28 Euro im Monat möglich, so Mercer.

Die Studie stellte zudem fest, dass viele Kunden häufig nicht bereit seien, ihren Festnetzanschluss durch einen mobilen Sprach- und Internetzugang zu ersetzen. Ein wesentlicher Hinderungsgrund für den Kunden, den Festnetzanschluss zu kündigen, ist das Internet. Haushalte, die einen DSL-Anschluss haben, zeigen die geringste Wechselbereitschaft. Lediglich 26 Prozent aller deutschen Festnetzhaushalte kämen gegenwärtig für eine vollständige Anschluss-Substitution infrage. Trotzdem beharrt Mercer darauf, dass Mobilfunk, Festnetz und Internetzugang aus einer Hand eine weitere Wachstumsoption darstelle. Aber man gebe ebenfalls zu, dass Konsumenten das kombinierte Angebot aus der Hand eines Festnetzanbieters deutlich dem identischen Angebot eines Mobilfunkunternehmens vorzögen.

 


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