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News | August 2006
21.08.2006
Immer mehr Online-User werden Opfer von eMail-Betrügereien. Der BITKOM fordert eine gesetzliche Regelung.
Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) prangert die laxen gesetzlichen Regelungen zum Online-Betrug durch Phishing-Attacken an. Die Zahl der Betrugsfälle, bei denen die Täter mit gefälschten Webseiten Geheimzahlen abfragen, nehme weiter zu, so der Hauptgeschäftsführer des Verbands Bernhard Rohleder. Passwort-Klau im Netz sei heute brisanter denn je trotz regelmäßiger Warnungen. Die Regierungsparteien seien nun gefordert, die Betrugs-Masche so schnell wie möglich unter Strafe zu stellen. Eine brauchbare gesetzliche Grundlage würde die Polizei endlich in die Lage versetzten, um gegen Phishing vorzugehen.
Zwar gibt es momentan in Deutschland noch keine amtliche Statistik darüber, wie hoch der jährliche volkswirtschaftliche Schaden durch Phishing ist, doch eine Erhebung des BITKOM bei den Landeskriminalämtern hat einen Anstieg der Opferzahlen um 50 Prozent allein im ersten Halbjahr 2006 aufgezeigt. Auch Zahlen der international aktiven Anti-Phishing-Arbeitsgruppe APWG zeigen eine ähnliche Tendenz. Im Schnitt holen Betrüger rund 4.000 Euro von den Konten ihrer Opfer. Rund 12.000 Phishing-Seiten, die meist nur wenige Tage online sind, tauchten zuletzt pro Monat im Netz auf das entspricht einer Steigerung von fast 400 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Die Zahlen zeigten, dass eine konsequente Strafverfolgung dringend nötig sei, stellt Rohleder fest. Der BITKOM kritisiert, dass ein aktueller Gesetzentwurf zur Computer-Kriminalität den Datenklau nicht klar zur Straftat erklärt. Bisherige Strafanträge verliefen meist im Sande, weil es noch kein adäquates Gesetz gegen den Versand von Phishing-Mails gebe.
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