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News | September 2006
05.09.2006
Die Deutschen sind offenbar bereit für Triple Play. Wie viel sie dafür zahlen möchten, steht auf einem anderen Blatt.
Fast die Hälfte der Deutschen empfinden das Angebot, Internet, Telefonie und Fernsehen aus einer Anbieterhand zu bekommen, zumindest interessant. 20 Prozent finden es sogar sehr oder äußerst interessant. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage von TNS Infratest unter 1.000 Bundesbürgern. Das Hauptargument für das gesteigerte Interesse seien, so die Analysten, jedoch nicht die umfangreichen Zusatzangebote und Unterhaltungsmöglichkeiten wie zum Beispiel Video on Demand oder ein großes Angebot an TV-Sendern. Vielmehr verspricht sich mit 62 Prozent eine überwiegende Mehrheit der Befragten durch die Bündelung der Dienste eine Kostenersparnis. Nur 17 Prozent denken, dass der sinkende organisatorische Aufwand der größte Vorteil sei: nur noch eine Servicenummer, weniger Geräte- und Kabelsalat, etc. Gerade einmal 14 Prozent stellen die neuen technischen Features an die erste Stelle.
Von diesen Features ist vor allem das zeitversetzte Fernsehen beliebt. 46 Prozent der Interessenten geben dies als begehrenswerteste Funktion an. 31 Prozent freuen sich am meisten auf die größere Programmvielfalt, während 23 Prozent sich am stärksten für interaktives Fernsehen und eine online verfügbare Videothek interessieren. Dennoch: Trotz der großen Euphorie gibt es ein gravierendes Argument gegen die schnelle Verbreitung von Triple Play: viele Haushalte haben schlicht und einfach noch nicht die Möglichkeit darauf zuzugreifen, auch wenn die Telekommunikationsanbieter und die Kabelnetzbetreiber mit Hochdruck am Ausbau der Netze arbeiten.
Im Kampf um die Kunden werden diejenigen Anbieter das Rennen machen, die den erwarteten Vorteil Nummer eins bieten: Kostenersparnis, meint Nikola Backhaus von TNS-Infratest. Und das sei in Deutschland unvergleichlich schwerer als in anderen Ländern, in denen man gewöhnt sei, für Fernsehen zu bezahlen und nicht fast 50 Sender im Free TV zu empfangen seien. Es komme zudem auf die Schnürung attraktiver, zielgruppengerechter Bündel an, zusammengestellt aus TV-Inhalten, Hardware- und Servicekomponenten sowie einfachen Tarifen. Aufgrund der anstehenden Mehrwertsteuererhöhung im nächsten Jahr sind die Aussichten jedoch recht gut, da 33 Prozent der Bevölkerung planten, noch in diesem Jahr eine Anschaffung im Bereich Internet, Telefonie, Fernsehen zu tätigen.
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