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News | August 2007
09.08.2007
Ginge es nach den Online-Händlern dürften Kunden ihre Artikel nicht unfrei zurückgeben. Die vertrauensbildende Wirkung des Gesetzes böte ihnen keine Vorteile.
Das deutsche Widerrufsrecht liegt den Online-Händlern schwer im Magen. Es sieht vor, dass Verbraucher meist innerhalb von 14 Tagen von einem Kaufvertrag, ohne Angaben von Gründen, zurücktreten dürfen. Bei einem Warenwert von über 40 Euro muss der Verkäufer die Versandkosten übernehmen. Nach Meinung der Online-Händler verursacht dieses Recht hohe oder sehr hohe Kosten. Das fand eine Umfrage des Shop-Zertifizierers Trusted Shops heraus. Hinzu kommt, dass die befragten Händler sogar 24 Prozent der Widerrufe für missbräuchlich halten. Hohe Belastungen treten besonders in der Bekleidungsbranche und bei niedrigpreisigen Artikeln zwischen 40 und 100 Euro auf. Etwa 30 Prozent des Warenwertes werden dann durch die Versandkosten verschlungen. Insgesamt gehen den eShops dadurch 4,36 Prozent des Gesamtumsatzes verloren, so das Ergebnis der Umfrage.
Zur Wehr setzen sich die Shops bei so genannten Hochretournierern durch deren Ausschluss. 39 Prozent nutzen die Möglichkeit, den betroffenen Käufer von zukünftigen Bestellungen auszuschließen. Es gebe aber auch positive Effekte des Widerrufsrechtes. Demnach trage es zur Vertrauensbildung beim Onlinekauf bei. 74 Prozent der befragten Händler sehen jedoch keinen oder nur einen sehr geringen Vorteil für den Absatz im Online-Shop durch das Widerrufsrecht. 80 Prozent aller befragten Händler hatten schon einmal Probleme mit einer Warenrücksendung. Besonders häufig war die Originalverpackung beschädigt, der Artikel bereits benutzt oder beschädigt. Nach Einschätzung von Trusted Shops liege aber meist kein Missbrauch im rechtlichen Sinne vor.
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