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28.10.2008 - Teure und oft unzulässige Verwaltungs-Software belastet die knappen Kassen der öffentlichen Hand. Die Integration von Web 2.0-Anwendungen könnte hier Abhilfe schaffen, kostensparend und bürgerfreundlich.

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Web 2.0 in staatlichen Institutionen

28.10.2008

Teure und oft unzulässige Verwaltungs-Software belastet die knappen Kassen der öffentlichen Hand. Die Integration von Web 2.0-Anwendungen könnte hier Abhilfe schaffen, kostensparend und bürgerfreundlich.

Was in Unternehmen schon seit längerem Interesse weckt, könnte bald auch für Verwaltungsbehörden attraktiv werden: Die Einbindung von Web 2.0-Anwendungen wie Wikis, Foren und Datenaustauschdiensten könnte viele Verwaltungsvorgänge kostengünstiger und einfacher machen. Der Erfolg oder Misserfolg von Web 2.0 Anwendungen in der Verwaltung ist laut einer Analyse des US-Marktforschungsunternehmens Gartner allerdings schwer vorauszusehen. 70 Prozent aller Systeme, die sich nach Einschätzungen bis 2011 als erfolgreich herausgestellt haben, werden diesen Erfolg auf ungeplanten und unvorhergesehenen Wegen erreichen. Der in Verwaltungsbehörden selten übliche Mut zum Risiko sei also gefragt - und kann sich durchaus lohnen.

„Diplopedia“, ein Web 2.0-Netzwerk des US-Außenministeriums zur Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen außenpolitischen und nachrichtendienstlichen Behörden, ist bereits erfolgreich etabliert worden. In Großbritannien sorgt „Netmums“ für eine Vernetzung von Müttern, „PledgeBank“ ermutigt Bürger zur freiwilligen Zusammenarbeit bei staatlichen und nicht-staatlichen Projekten. Auch in den Verwaltungsstrukturen könnten Veränderungen durch den Einsatz von Web 2.0 entstehen: Sachbearbeiter, die bisher nur einen bestimmten Bereich bearbeitet haben, werden künftig ein komplexes soziales Ökosystem aus freiwilligen Helfern, Online-Communities und Verwaltungsbürokratie managen müssen.

Die Experten von Gartner erwarten einen Einsatz von sozialen Netzwerken in Behörden auf breiter Front. Finanzbehörden, Jugend- und Sozialämter, Gesundheitsbehörden und Bildungsbehörden werden künftig auf eine bessere Kommunikation mit sich selbst, mit anderen Behörden und den Bürgern angewiesen sein. Dabei könnten sich immer mehr Bereiche, die heute noch behördlich verwaltet werden, teilweise oder ganz in die Hände der Bürger begeben: Die Zukunft bringe definitiv andere Verwaltungsbehörden - oder gar keine Verwaltungsbehörden mehr, so Andrea di Maio von Gartner abschließend.

 


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