Branchenvertreter beobachten ein beunruhigendes Phänomen bei den „pay per impression“-Anzeigen. Vorsicht scheint geboten.
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Ein Professor der Harvard Business School stellte fest, dass Werbetreibende in einigen Fällen regelrechtem Betrug erliegen, wenn es um Online-Anzeigen geht. Bei den Kampagnen, in denen der Inserent für jede „Impression“, zahlt kommt es offenbar in bislang seltenen Fällen zu organisierter, regelrechter Abzocke. Das Wort „Impression“ bezeichnet jedes einzelne „Erscheinen“ der Anzeige, das naturgemäß mit jedem neuen Klick eines Anwenders auf die entsprechende Webseite geschieht. Für den originären Aufbau des Banners beispielsweise, zahlt der Inserent einen gewissen Obolus – und genau da setzen die unseriösen Anbieter an. Das stellte der Professor Ben Edelman fest, seines Zeichens Experte für Spyware und Spezialist für Betrug in Online-Werbung.
Die schwarzen Schafe gehen dabei wie folgt vor: Sie selbst generieren große Mengen dieser „Impressions“ indem sie den Browser zahlreiche, versteckte Fenster öffnen lassen, von denen jedes einzelne beim Marketer als Klick – noch nicht auf seine Anzeige, aber immerhin auf die Webseite, auf der sie zu sehen ist - registriert wird. In manchen Fällen beobachtete Edelman bis zu 90 solcher, gleichzeitig geöffneten, versteckten Fenster. Die Folgen sind absehbar. Der Werbetreibende freut sich arglos über die starke Besuchsrate der Webseite, auf der er seine Werbung platziert hat und zahlt für jeden Aufruf der Präsenz. In Wirklichkeit jedoch hat nie ein Anwender seine Anzeigen zu Gesicht bekommen, der Effekt seiner Kampagne verpufft also und füllt einzig den Geldbeutel der Abzocker.
Edelman mahnt deshalb zur Sorgfalt bei der Auswahl des Werbeträgers und dessen Internetpräsenzen. Noch sei das Problem in keinem besonders großen Maßstab aufgetaucht, da nur sehr kleine Anbieter von Werbeflächen derlei zweifelhafte Praktiken anwendeten. Bereits Geschädigte hätten jedoch gute Möglichkeiten diese Geschäftspraktiken aufzudecken, während andere Verluste im Tausenderbereich vermeiden könnten. Selbst prominente Werbenetzwerke wie Burst Media, ValueClick oder MediaShakes seien bereits auf solche doppelbödigen Angebote hereingefallen und hätten somit Verluste eingefahren, so Edelman. Das Risiko für kleinere Marketer, mit wesentlich weniger Werbeschaltungen, scheint aber deutlich geringer auszufallen. Nichtsdestotrotz heißt es Augen auf bei der Wahl des Werbeträgers.
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