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19.03.2010 - Wenn Aufmerksamkeit die Netz-Währung Nummer eins ist, sind soziale Netzwerke Goldgruben. Bei vielen Menschen bestimmt der Web-2.0-Rhythmus bereits den Tagesablauf.

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Soziales Suchtpotenzial

19.03.2010

Wenn Aufmerksamkeit die Netz-Währung Nummer eins ist, sind soziale Netzwerke Goldgruben. Bei vielen Menschen bestimmt der Web-2.0-Rhythmus bereits den Tagesablauf.

Wieviel soziale Aktivität im Netz ist noch gesund? Einer Umfrage des US-eCommerce-Unternehmens Retrevo zufolge nimmt die Nutzung von Web 2.0-Angeboten mittlerweile eindeutig suchtartige Züge an. Der nie versiegende soziale Nachrichtenstrom treibt seltsame Blüten. So geben 19 Prozent der unter 25jährigen an, Twitter- und Facebook-Nachrichten jede Nacht in kurzen Wachphasen abzurufen, 27 Prozent machen dies immerhin nur "gelegentlich". 32 Prozent rufen jeden morgen nach dem Aufwachen ihre sozialen Nachrichten ab. Bei den über 25jährigen steigen „nur“ elf Prozent jede Nacht mehrfach aus dem Bett und jeweils etwa 20 Prozent entern gelegentlich des Nachts oder direkt nach dem Aufstehen das Web 2.0.

Auch die Morgenrituale der Menschen haben sich verändert. Anders ausgedrückt: "Twitter kills the Frühstücksfernsehen". Ging früher für viele Menschen nach dem Aufstehen der erste Griff zu Radio oder TV-Fernbedienung, begeben sich heute 42 Prozent der Befragten in aller Frühe ins Web 2.0 - 18 Prozent tun dies sogar vom Bett aus. Bei den unter 25jährigen wurde der morgendliche TV-Konsum bereits von den sozialen Netzwerken überholt.

Sucht oder nicht Sucht? 56 Prozent der Befragten gaben an, mindestens einmal am Tag Facebook besuchen zu müssen, zwölf Prozent schauen alle paar Stunden vorbei. Zumindest bei den letzteren könne wohl definitiv von einer Verhaltensbeeinflussung gesprochen werden, so die Autoren der Studie. Besonderes Suchtpotential liegt bei den jungen Nutzern: Während immerhin 62 Prozent der über 25jährigen Störungen durch elektronische Nachrichten während anderer Aktivitäten grundsätzlich nicht akzeptieren, ist dies nur bei 33 Prozent der unter 25jährugen der Fall – Tendenz: fallend.

 


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