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News | August 2010
20.08.2010
Da die Beliebtheit des eCommerce noch lange nicht das Ende der Fahnenstange erreicht hat, verwundert es nicht, dass Händler immer mehr aufs Netz setzen. Doch es gibt da ein Problem.
Man stelle sich vor, der Einkaufswagen im Supermarkt ist großzügig vollgepackt und kurz vor der Kasse, verlässt man das beräderte Gestell und verlässt stracks das Haus. Was in der Realität für schräge Blicke und Stirnrunzeln sorgt, geschieht im Internet Tag für Tag tausendfach. Die Aufgabe des Warenkorbs, im internationalen Jargon als shopping cart abandonment bezeichnet, ist für viele Online-Händler ein echtes Problem. Dennoch bemühen sich, laut Zahlen von Listrak, lediglich 15 Prozent der Web-Shop-Betreiber um eine Rückgewinnung entsprechender Kunden. Jahr für Jahr gingen den Anbietern dadurch etwa 18 Milliarden US-Dollar, also gut 14 Milliarden Euro an Umsatz verloren.
Nicht nur die Bemühungen, solche Shopper erneut ins Boot zu holen ließen zu wünschen übrig, mahnt Ross Kramer von Listrak. Mehr als die Hälfte der Händler ignoriere die Aufgabe der Warenkörbe schlichtweg. Es sei erstaunlich, dass so wenige Internet-Verkäufer sich mit dem Problem auseinander setzten, wo doch soviel Geld dabei auf dem Spiel stünde. Die eMail sei das digitale Werbemittel mit den höchsten Renditen und könnte durch automatischen Versand nach dem Verlassen des Warenkorbs noch eine Menge zum nachträglichen Abschluss der Transaktion beitragen. Der Kunde fühle sich dadurch gut aufgehoben und spüre, dass seine Belange nicht anonymisiert bearbeitet sondern wirklich in Betracht gezogen würden. Das Phänomen ist so weit verbreitet, dass Maßnahmen zur Änderung dieses Zustands mit hoher Wahrscheinlichkeit greifen: Mindestens 51 Prozent der Besuche mit Nutzung des Warenkorbs laufen am Ende ins Leere. Nachträgliche Kontaktanfragen per eMail sind, laut Listrak, bis zu 20 Mal erfolgreicher als herkömmliche eMail-Marketing-Maßnahmen ein Hoffnungsschimmer für Sitzengelassene.
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