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News | September 2010
Zukunft des Webs: Vier Szenarien
07.09.2010
Langfristige Prognosen bezüglich der Entwicklung des Internets sind wahrscheinlich momentan so gut wie unmöglich. Doch Wissenschaftler lieben bekanntlich Herausforderungen.
Und so wagte man sich bei Cisco und dem Monitor Group Business Network an eine gemeinsame Studie, die Prognosen über die voraussichtliche Entwicklung des weltumspannenden Datennetzwerks vorstellt. Natürlich bleiben konkrete Vorschläge rar, womit die Experten gut beraten sein dürften, denn völlig unvorhergesehene Zwischenfälle wie soziale Netzwerke oder Video-Portale hat noch vor wenigen Jahren selbst der findigste Wahrsager nicht in der Glaskugel erblicken können. Deshalb dampfte man die Studie, die übrigens auf das Jahr 2025 vorgreift, auf vier grundsätzlich für möglich gehaltene Szenarien ein, von denen aber zumindest drei ein wenig düster ausgefallen sind. Doch Farben sind bekanntlich Geschmacksache. Fluid Frontiers wird Möglichkeit Nummer eins genannt, in der durchaus noch freundliche Töne getroffen werden. Tastaturen, so die Väter der Studie würden durch eine Mischung aus Spracherkennungs- und Touchscreen-Interfaces ersetzt werden. Augmented Reality werde neue Bedienungsformen ermöglichen räumlich soll das Ganze werden.
Das Internet werde in diesem Szenario allgegenwärtig und für alle Gruppen durchlässig, so die Analysten. Durch Wettbewerb und technische Innovationen sollen zudem die Preise für Zugang und Nutzung derart purzeln, dass überall auf der Welt Menschen schnell an Informationen herankommen. Gruselig wird die Aussicht dann bereits beim Szenario Insecure Growth: Cyber-Kriminalität überfordert Behörden und Unternehmen, Menschen haben zunehmende Angst vor der Abhängigkeit vom Netz. Betrachtet man sich die Milliardenschäden, die bereits heute durch Datendiebstahl entstehen, so scheint diese Prognose leider nicht allzu unrealistisch. Bei Szenario drei, namens Short of Promise jedoch sträuben sich dem heutigen Anwender erst Recht die Nackenhaare. Durch Protektionismus, auch online, stagniert die Wirtschaft. Das Internet kann seine Funktionalitäten nicht entfalten und Innovationen werden abgewürgt. Doch es geht noch schlimmer! Bursting at the Seams, nennen die Zukunftsforscher die hypothetische Situation, dass die Nachfrage nach Online-Dienstleistungen die Kapazitäten des Internets überschreitet und lange Wartezeiten zur Regel werden. Dabei wird die Entwicklung durch eine zu große Vielfalt von technischen Standards ausgebremst, Vereinheitlichungsbemühungen gehen an den Interessen einzelner Staaten zugrunde. Doch jetzt heißt es erst einmal: Luft holen! Die Zukunft ist glücklicher Weise formbar. Stoff zur Diskussion liefert die Studie dennoch genug.
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