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Recht: Tückische Links

15.11.2010 - Die Disclaimer, die die Verantwortung für verlinkte Inhalte auf den ursprünglichen Autor abwälzen, kennt jeder Inhaber einer Homepage. Doch ist Vorsicht geboten.

Die Disclaimer, die die Verantwortung für verlinkte Inhalte auf den ursprünglichen Autor abwälzen, kennt jeder Inhaber einer Homepage. Doch ist Vorsicht geboten.

Denn in Ausnahmefällen, so urteilte der vergangene Woche, kann ein Link auf der eigenen Internetpräsenz durchaus gegen urheberrechtliche Bestimmungen verstoßen. Gefährlich wird es nach dem Richterspruch fortan in erster Linie dann, wenn die sogenannten „Deep Links“ im Spiel sind. An der Nase herumgeführt fühlte sich die Besitzerin von Kartenmaterial, die dieses aus monetären Gründen zugangsbeschränkt ins Netz gestellt hatte. Bei Einsicht der entsprechenden Informationen sollte im Zweifelsfalle gezahlt werden müssen. Der Schutz vor direkter Verlinkung geschah in diesem Fall durch eine Session ID – die der fleißige Verlinker jedoch mittels einer simplen Routine umging.

Unrecht sei dies, fand die Torpedierte, scheiterte aber an mehreren vorinstanzlichen Gerichten mit ihrer Klage. Endlich nun fand sie Zuspruch beim BGH, der festlegte, dass derartige Direktverlinkung einen Verstoß gegen das Urheberrecht darstelle. Grundsätzlich, so das Urteil, nehme eine entsprechende Erklärung auf der Webseite, die den Link zur Verfügung stelle, den Verlinker wie gehabt aus der Verantwortung. Jedoch stelle das Umgehen von Techniken, die den Zweck der Einschränkung des Zutritts zum jeweiligen Inhalt verfolgten, einen Verstoß dar. Unabhängig davon ob der jeweilige Schutz wirksam sei, gelte schon seine Implementierung als gültiges Schutzbestreben, das zu achten und berücksichtigen sei. Da im vorliegenden Falle der Wille, den Inhalt zu schützen klar erkennbar gewesen sei und der beschränkte Zugriff als gezielt gesetzter Kaufanreiz gedeutet werden könne, müssten Homepage-Betreiber, die Inhalte verlinkten fortan gewährleisten, dass dadurch keine Verdienstbestrebungen des Originalautors oder Besitzers konterkariert würden. Der Schutz des Eigentums stehe hier an erster Stelle, verlautbarten die Richter mit dem Hammerschlag.

 


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