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News | April 2001
Online-Branche mit Entlassungswelle
Nachdem manche die Talsohle im eBusiness schon für durchschritten hielten, sorgt ein neues Rekordergebnis von Entlassungen bei Internet-Companies für Aufsehen.
So verbuchten die Marktforscher von Challenger Gray & Christmas im April insgesamt 17.554 Stellenstreichungen innerhalb der amerikanischen Internet-Branche. Gegenüber dem Vormonat, in dem 9,533 Online-Jobs dem Rotstift zum Opfer fielen, entspricht dieses einer Zunahme um 84 Prozent. Auffallend an dem Ergebnis sei laut Ansicht der Auguren, dass ein Großteil der Entlassungen weniger auf das Scheitern "ausgebrannter" Dotcoms zurückzuführen sei, als vielmehr auf Rückzugsgefechte der Old Economy. Diese seien in Bezug auf ihre Online-Ableger vielfach enttäuscht worden und regierten nun mit entsprechenden Stellenstreichungen und Einsparungen.
Die deutschen Marktforscher von TechConsult bezweifeln indes, dass derlei Entwicklungen so ohne weiteres auf die deutsche Wirtschaft übertragbar seien. Die entstandenen Probleme aufgrund ausbleibender Gewinne seien oftmals hausgemacht und rührten nicht selten auf das zugrunde legen viel zu optimistischer und nur mitnichten unabhängiger Marktforschungsprognosen. Die wesentliche Grundlage ihrer Prognosen bildeten in der Regel Expertengespräche mit großen, zumeist global agierenden Anbieter- und Anwenderunternehmen. Deren Umsatzziele beziehungsweise Investitionsvorhaben für die kommenden Jahre stellten dann wiederum die Basis dieser Voraussagen. Da die angesprochenen Anbieter mit ihren Prognosen selbstverständlich eigene Ziele verfolgten, sie durch die Marktforscher jedoch "als von unabhängiger Expertenhand 'geadelt'" werden, nehme das Verhängnis seinen Lauf. Die Unternehmen werden Opfer ihrer eigenen euphorischen Prognosen. Die hieraus entstandenen Erwartungen können nicht gehalten werden Gewinnwarnungen und Massenentlassungen sind die Folge.
Um reale Stimmungen im Markt auffangen und wiedergeben zu können, ist es daher zwingend nötig, vor allem die Anwenderseite zu berücksichtigen. "Auf diese Weise geht man auch Hypes aus dem Weg. Randthemen, die sowohl finanziell, als auch funktionell nur für große Unternehmen interessant sind, werden durch eine einseitige und auf die Anbieter beschränkte Befragung gepusht und überbewertet", so Andreas W. Klein, Managing Director bei TechConsult.
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