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Verbraucher sind gegen Internet Steuern
22.09.1999 | Artikel drucken

Steuern im Internet sind ein umstrittenes Thema. Das gilt keineswegs für Konsumenten: Diese lehnen mit deutlicher Mehrheit die Besteuerung im Internet ab. Immerhin 75 Prozent wollen im Fall von Internetsteuern sogar weniger Produkte online ordern.

Das ergab eine Studie von BizRate unter amerikanischen Internet-Anwendern. Auch seitens der Wählerschaft weht Politikern ein kalter Wind entgegen: 44 Prozent der Teilnehmer einer Umfrage der Information Technology Association of America wollen Politikern die Unterstützung entziehen, die sich für Internetsteuern stark machen. Trotz des eindeutigen Bürgervotums muss sich die Industrie weltweit auf unterschiedlichste Modelle einstellen.

7000 Online-Käufer nahmen an der Umfrage von BizRate.com teil. Immerhin die Hälfte gab an, sie hätten ihren letzten Einkauf im Internet nicht getätigt, wenn er mit Abgaben belastet gewesen wäre. 46 Prozent erklärten, noch nie Steuern auf Bestellungen im Web entrichtet zu haben; 38 Prozent hingegen haben bereits Abgaben berappen müssen. In New York befragte die Information Technology Association of America etwa 1000 Wähler zu ihren Meinungen hinsichtlich der Sonderbesteuerung im Web. Dabei wurde eines besonders deutlich: Einer Mehrheit ist eher am Wohlergehen des Electronic Commerce gelegen als an den Steuereinnahmen des Staates. Die sind in den USA in Hinblick auf das Internet sowieso eingefroren. Seit dem Herbst 1998 gilt dort ein dreijähriges Moratorium für Abgaben auf Aktivitäten im Internet. In der Zwischenzeit arbeitet ein 19köpfiges Expertengremium Direktiven für eine sinnvolle Internetbesteuerung aus, die im April 2000 auf den Tisch kommen. Eile scheint in den USA allerdings nicht geboten. Bisher erzeugt das Moratorium keine nennenswerten Mindereinnahmen. Ein Report von Ernst & Young beziffert diese auf insgesamt 170 Millionen US$, gerade mal ein Promille des Gesamtaufkommens von Bundesstaaten und Kommunen.

In Europa sind Mehrwertsteuern im Internet kein Thema: Sie werden dann erhoben, wenn Händler und Käufer in Europa sitzen. Das Herkunftsland des Händlers kassiert dann die Abgaben. Problematisch wird es erst, wenn der Händler in den Vereinigten Staaten ansässig ist. Hier sind globale Lösungen gefragt, die von Interessenverbänden aus Industrie (Global Business Dialogue) und seitens Politik, zum Beispiel von der OECD in Angriff genommen werden.

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