Kategorie: Spotlight Erstellt am Mittwoch, 01. März 2000 01:00
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China und Japan: Die neuen E-Business Giganten?
Das geballte Marktpotential des fernen Ostens erweckt zunehmend das Interesse potentieller westlicher Handelspartner. So haben in Nordamerika Analysten, Investoren und Geschäftsleute inzwischen einen wahren Run auf den elektronischen Geschäftsverkehr made in China oder Japan eingeläutet.
Diesem steigenden Interesse trägt jetzt die chinesische Regierung Rechnung: Sie will mit dem offiziellen Business Portal ChinaTradeWorld.com eine neue Seidenstraße für Produkte aus dem Reich der Mitte im Internet platzieren. Noch hat allerdings Japan im fernen Osten die Nase vorn: die Umsätze im Online-B2B-Handel kletterten 1999 um 420 Prozent auf 3,2 Milliarden US$. Bis 2003 sollen es im Inselreich laut The Industry Standard bereits 651 Milliarden sein.
Die aktuellen Zahlen für China beeindrucken vor allem durch ihre Dynamik: 8,9 Millionen verfügten 1999 über einen Internetzugang, 324 Prozent mehr als 1998, da waren es erst 2,1 Millionen (Quelle: CNNIC ). Insgesamt waren im vergangenen Jahr in Fernost 43,6 Millionen Nutzer online. Bis zum Jahr 2006 soll sich ihre Zahl auf 370 Millionen erhöhen, rechnete der Nachrichtendienst Newsbytes Asia vor.
Die Chinesen legen die Messlatte hoch. ChinaTradeWorld.com, das jetzt direkt von einer dem Handelsministerium zugeordneten Agentur (CIEC) gegründete B2B-Portal soll zu einem gigantischen eMarketplace ausgebaut werden. Ausländische Handelspartner werden darüber direkt Waren bei bis zu 180.20000 Staatsunternehmen aus über 20 Branchen einkaufen können, von Industriebetrieben bis hin zu Lebensmittelherstellern. Vor allem bürokratische Hürden will das Portal abbauen. Durch eine vorgeschaltete Prüfung für internationalen Handel sollen Auslandstransaktionen ohne Konrolle jedes einzelnen Vorgangs reibungslos abgewickelt werden.
Die neue Website steht im Wettbewerb mit dem vor 10 Monaten gelaunchten ersten Electronic-Commerce-Portal MeetChina.com , das allerdings ganz in privater Hand ist. MeetChina.com setzt besonders auf den mobilen Electronic Commerce. Gemeinsam mit Motorola und Chinese Wireless Information Network plant MeetChina ein B2B-System, das Kaufanfragen direkt auf Handys umleitet.
Auch in Japan ist der Trend zum M-Commerce deutlich. Der japanische Internet Provider für Mobiltelefone iMode zählte bereits im vergangenen Dezember über 2 Millionen Kunden. Bis April soll sich die Zahl auf 4 Millionen verdoppeln. Überhaupt explodieren die Aktivitäten in Japan geradezu: Neben den prognostizierten 651 Milliarden US$ im b2b erwartet The Industry Standard im Consumer-Bereich für 2003 Umsätze von 42 Milliarden US$. Schon heute sind Japaner für Internetshopping besonders aufgeschlossen. Eine aktuelle Studie von InfoCom Research zeigt, dass mehr als die Hälfte (56 Prozent) der japanischen Online-Nutzer bereits eine Bestellung durchgeführt haben. Davon haben ein Drittel fast 1000 DM ausgegeben und 40 Prozent bereits vier oder mehr Käufe getätigt.
Laut Newsbytes Asia werden 2005 erstmals mehr Chinesen als Japaner online sein. Rosige Zeiten - das meinen auch US-Analysten, die jetzt vor allem zu einem raten: Anlagen in Electronic Commerce Unternehmen aus Fernost.
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