Kategorie: Spotlight Erstellt am Mittwoch, 08. März 2000 01:00
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Europa im Wachstumsfieber
Es scheint nur eine Frage der Zeit, wann die Umsatzgrenze von 1.20000 Milliarden US$ auch im Europäischen Electronic Commerce fällt. 1,27 Billionen US$, so rechnet eine aktuelle Studie der englischen Beratungsfirma Durlacher vor, werden im Jahr 2004 in Europa über den elektronischen Geschäftshandel abgewickelt.
1,27 Billionen US$, so rechnet eine aktuelle Studie der englischen Beratungsfirma Durlacher vor, werden im Jahr 2004 in Europa über den elektronischen Geschäftshandel abgewickelt. Für 2002 geht die Boston Consulting Group in Europa bereits von Einzelhandelserlösen von 45 Milliarden Euro über das Internet aus. Dabei kristallisiert sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Deutschland und Großbritannien heraus: Während Großbritannien seine Wirtschaft früher auf den elektronischen Geschäftsverkehr einstellt, wird Deutschland voraussichtlich langfristig zum größten nationalen Markt in Europa.
Von den 700.20000 Firmengründungen im Vereinigten Königreich während des vergangenen Jahres, lassen sich mehr als die Hälfte der IT-Branche zuordnen, analysiert die Business Week . Und 3,5 Prozent am Bruttoinlandsprodukt werden im UK bereits heute für die Informationstechnologie ausgegeben. Zum Vergleich: In Deutschland sind es gerade mal 2,6 Prozent und in Frankreich nur 2,5 Prozent. Auch in Sachen Risikokapital haben britische Unternehmen derzeit die Nase vorn: So konnten sie 3,5 Milliarden am Gesamtkuchen von 10 Milliarden für sich reklamieren. NOP Research Group geht von einem Gesamtvolumen des britischen Electronic Commerce von 10 Milliarden Pfund (15,9 Milliarden US$) in diesem Jahr aus. Das ergibt im Vergleich zu 1999 eine Verdreifachung von 3,2 Milliarden Pfund.
In relativen Zahlen liegt Skandinavien und dort vor allem Schweden und Finnland an der europäischen Spitze. So sind in Schweden bereits 60 Prozent der Bevölkerung online (Quelle IDC), während im Vergleich dazu der europäische Durchschnitt gerade mal bei einem Viertel liegt. Frankreich kommt gar auf nur 16 Prozent. In Deutschland nutzen laut GfK Online Monitor (5. Welle) derzeit 15,9 Millionen Personen das Internet mindestens gelegentlich. Insgesamt verfügen 24,3 Millionen Deutsche direkt oder indirekt über einen Zugang ins Web.
Die hohen Zahlen bestätigen sich in Schweden auch für den B2B-Handel. Durlacher geht von einem Anteil von immerhin 24 Prozent am Bruttoinlandsprodukt Schwedens im Jahr 2004 aus. Für Deutschland prognostizieren die Auguren zu diesem Zeitpunkt einen Anteil von 438 Milliarden US$ im Internet-B2B-Handel. Das entspricht gut 17 Prozent am Bruttoinlandsprodukt. In absoluten Zahlen holt Deutschland das Vereinigte Königreich spätestens mit dieser Bilanz ein. Allerdings: Mit 301 Milliarden US$ kommt das Inselreich seinerseits auf etwa 19 Prozent Anteil am Bruttoinlandsprodukt und behauptet somit immerhin in Puncto relativer Nutzung auch künftig seine Spitzenposition.
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