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Marktplatz für E-Payments
11.10.2000 | Artikel drucken

Die Umsätze im Electronic Commerce explodieren und die Zeit für die Etablierung effizienter Online Zahlungsmittel ist längst gekommen.

Da kommt die Ankündigung vom Branchenriesen First Data Corp. beinahe zu spät. Die Kreditkartenfirma buttert gemeinsam mit der iFormation Group jetzt 600 Millionen US$ in einen Internet-Marketplace für Zahlungsmittel und elektronische Transaktionen: eOne Global.

Die Bündelung aller Leistungen steht als prägendes Konzept hinter eOne Global. Zunächst startet das Unternehmen in zwei Monaten mit SurePay, einem System für Business-to-Business Transaktionen für Online Exchanges. Dazu zählen auch Zahlungslösungen für Endkunden, Verwaltungen sowie nicht zuletzt auch für den Online Zahlungsverkehr von privat zu privat. Wie umkämpft der Markt dabei ist, beweist nicht zuletzt die Tatsache, dass fast all diese Lösungen bereits von Konkurrenten umgesetzt sind. So konnte sich allein die Start-Up-Firma Clareon Corp. beispielsweise innerhalb kürzester Zeit ein dickes Stück der B2B Zahlungen auf eMarketplaces sichern.

CashTax ist die einzig wirklich neue Errungenschaft sowie exklusive Killeranwendung im eOne Global Verbund: Das System organisiert Steuererklärungen und -zahlungen von Unternehmen an die US-Zentralregierung sowie an mittlerweile 20 Bundesstaaten. Inzwischen nutzen 2 Millionen US Unternehmen CashTax und wickeln 36 Millionen Transaktionen mit einem Gesamtvolumen von über einer Billion US$ ab.

Micropayments und Online Rechnungen sind in der ersten Phase noch nicht geplant. Gerade aber hier liegen besondere Bedürfnisse des Marktes. So geht IDC in einer Studie von einer Milliarde US$ an Umsätzen allein bei den Transaktionsgebühren für Online Rechnungen bzw. deren Regulierung im Jahr 2004 aus. Zum Vergleich: 1999 waren es noch 32 Millionen US$. Damit wird die durchschnittliche Wachstumsrate in den nächsten Jahren bei über 100 Prozent liegen. Derweil entwickeln die großen Online Händler in Zusammenarbeit mit Technologieanbietern eigene Lösungen. So startet Yahoo im Frühjahr 2000 mit Yahoo PayDirect, einem System für offene Handelsplattformen in Zusammenarbeit mit Arthas.com, eBay startete eine exklusive Zusammenarbeit mit Billpoint und AOL schloß bereits Ende 1999 einen Vertrag mit Intuit, der Endkunden die Zahlung von Haushaltskosten über das Web ermöglichen soll. Ein spannender Markt, hinter dem allerdings noch einige Fragezeichen stehen. So etwa die Klärung der Frage, ob sich eher einzelne Lösungen innovativer Unternehmen oder doch das gebündelte Leistungsvolumen der großen Marktplayer durchsetzen wird.

Über Anregungen und Kritik freut sich Tobias Arndt

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