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Wer braucht ERP?

05.09.2001 - Je länger man darüber nachdenkt, desto teurer werden die Probleme: eigentlich braucht funktionierendes eBusiness als Basis eine ausgefeilte Lösung zum Enterprise Resource Planning der zweiten Generation. Oder?

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Wer braucht ERP?

Je länger man darüber nachdenkt, desto teurer werden die Probleme: eigentlich braucht funktionierendes eBusiness als Basis eine ausgefeilte Lösung zum Enterprise Resource Planning der zweiten Generation. Oder?

Das ist zumindest die Meinung der Experten der Gartner Group, die schon im vorigen Jahr eine Wiedergeburt für ERP-Anwendungen prognostizierten. Ironischerweise holte ausgerechnet die B2B-Begeisterung im eBusiness die zunächst als „Dinosaurier“ gering geschätzten Strategen, die am liebsten nach innen blicken, erneut zurück ins Rampenlicht: ERP-Software zielt schließlich darauf, alle Abteilungen und Funktionen eines Unternehmens so in einem einzigen Computer System zu integrieren, dass alle spezifischen Informationsbedürfnisse befriedigt werden können – soweit sie unternehmensintern auftauchen.

Die Experten von Gartner, die schon in den neunziger Jahren quasi als Taufpaten den Begriff ERP prägten, läuten mit „ERP II“ die neue Phase ein. Jetzt geht es darum, die Anwendungen eBusiness-fähig zumachen. Schließlich haben die großen ERP-Anbieter, wie SAP, Oracle oder Peoplesoft harte Zeiten durchgemacht. Nach langen Jahren harter Arbeit bei der Entwicklung und dem Verkauf von Anwendungen, die in erster Linie unternehmensinterne Prozesse stromlinienförmiger gestalten sollten, folgt die Nachfrage gegenwärtig anderen Trends: im eBusiness geht es um die Vernetzung von Unternehmen.

Aber hier lässt sich nahtlos anknüpfen. Gerade die Verlagerung von Geschäftsprozessen ins Internet, mache anschlussfähige ERP-Lösungen unverzichtbar, so Gartner Analyst Brian Zimsek. „Ein Front-End kann nur so gut sein wie das Fulfillment System.“ Dementsprechend sind Supply Chain Management und Collaborative Commerce nur zwei der aktuellen Buzzwords, die neben dem Ziel, effektiveres Wirtschaften zu ermöglichen, auch den Anbietern von ERP-Lösungen neue Absatzchancen erschließen sollen. Auch Customer Relationship Management liefert aktuell Anknüpfungspunkte. Nicht umsonst fragt Datamonitor in einem aktuellen Bericht „From ERP to CRM: Is CRM the Future for the ERP giants?“

Den Unternehmen bleibt kaum eine Wahl. Zwar sind ERP-Lösungen nicht spektakulär - und werden es auch nicht durch die Migration zum eBusiness-fähigen ERPII. Dennoch sind Anwendungen, die zumindest teilweise die in den einzelnen Unternehmen anfallenden Daten einer gemeinsamen Nutzung mit Partnern zugänglich machen, nicht nur vorteilhaft, sondern unverzichtbar. Denn einige sind schon dort angekommen, wo viele andere noch hin wollen und müssen: „Jetzt benötigen wir nur noch eine einzige Bestandsnummer und wissen damit, was wir in der ganzen Supply Chain haben,“ stellt zum Beispiel Lee Kelsey von Procter&Gamble fest.

Eine großangelegte Wiederbelebungsaktion unter dem Label ERP II scheint allerdings verzichtbar. Denn damit gerät man in Gefahr, den Fokus zu verlieren. In Zukunft wird es nämlich darum gehen, Online und Offline Business zu integrieren und dabei das große Ganze im Auge zu behalten. Die Verschmelzung der unterschiedlichen Lösungen sei der dramatischste Trend in den kommenden Jahren, fasst Stephanie Torto von IDC die Ergebnisse der aktuellen Studie von IDC „Solution Integration Services Forecast and Analysis“ zusammen. „Die Unternehmen brauchen Lösungen, die das Front-Office und das Back-Office übergreifen - und nicht an künstlichen Grenzen ansetzen oder haltmachen.“

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