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Die neue Schlacht im Internet: Authentifizierung

02.10.2001 - Es geht um viel Einfluss und vor allem viel Geld: Authentifizierung von Kunden ist der Schlüssel zu den Distributionswegen im Internet und damit im Softwaremarkt von morgen.

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Die neue Schlacht im Internet: Authentifizierung

Es geht um viel Einfluss und vor allem viel Geld: Authentifizierung von Kunden ist der Schlüssel zu den Distributionswegen im Internet und damit im Softwaremarkt von morgen.

Neben Microsoft und AOL, die jeweils eigene Lösungen forcieren, holt jetzt Sun im Verbund mit 32 internationalen Großunternehmen zum Gegenschlag mit dem klangvollen Namen Liberty Alliance aus. Der Hintergrund: Spätestens durch Webservices, die den Standardzugriff auf beispielsweise Application Services erlauben, werden Softwareleistungen aller Art immer häufiger über Server genutzt (Application Services) als über Clients. Für dieses neue Architektur des Zugangs zu Software muss ein neuer Authentifizierungsmechanismus an die Stelle des Client-Rechner rücken, bei dem der Zugriff auf die physikalische Maschine beziehungsweise der dort definierten Benutzerrechte die Autorisierung übernehmen.

Analysten teilen die Einschätzung: Kunden von ASP und anderen Webdiensten werden ein einziges Authentifizierungssystem bevorzugen, in dem sie alle Leistungen über ein Nutzerkonto mit nur einer ID und einem Passwort sowohl als Zugangsberechtigung als auch als Abrechnungssystem nutzen können. Wahrscheinlich hat also am Markt über kurz oder lang nur ein Authentifizierungssystem Platz. Wer den sich jetzt anbahnenden Kampf gewinnt, der hat einen wesentlichen Schlüssel zu den neuen Distributionswegen in der Hand.

Microsoft hat bereits früh auf ein offenes Authentifizierungssystem gesetzt. Das Passport Anmeldesystem für eine Reihe von Kommunikationsanwendungen um den Freemail Service Hotmail bildet dafür die optimale Grundlage. Als Microsoft den Service um eine Wallet Software für Express Shopping erweiterte wurde die Zielrichtung deutlich. Hailstorm – zu deutsch Hagelsturm lautete der Code-Name für die Gesamtstrategie. Mit ihr setzt Microsoft ganz auf die verteilte Softwarearchitektur von Webservices. Ihr weiterer Pfeiler, die .Net Entwicklungsumgebung, bedeutet für die Gates Company einen ähnlich einschneidenden Wechsel wie ihr erstes oberflächenorientiertes Betriebssystem Windows 3.x.

AOL schwenkte als zweiter großer Player mit Magic Carpet auf den Markt. Damit zog der Online Dienst mit einem Authentifizierungssystem inklusive Abrechnungssoftware für seine angeschlossenen Partner und Services nach. Wie aus einem internen AOL Papier bekannt wurde, sieht der weltgrößte Provider angesichts Hailstorm und seinen Community- und Communicationsapplikationen die Felle schwimmen. Dort hieß es: „Durch das Integrieren und Einbetten traditioneller AOL Funktionen (Email, Instant Messanger, Chat, Wallet, Kalender, Adressbuch ...) in das OS der .Net Initiative, absorbiert Microsoft viele der AOL Client basierten Funktionen direkt in das MS Betriebssystem."

Nun kommt mit der Liberty Alliance die nächste große Initiative unter der Führung von Sun Microsystems heraus. 32 große internationale Konzerne darunter auch Apache, Cisco, NTT DoCoMo, Sony und Vodafone sowie GM und Bank of America versuchen mit ihrer Marktmacht gegen die älteren Systeme zu halten. Ihr Hauptargument: Authentifizierung ist im Internet so grundlegend wichtig, dass ein Konsortium dafür verantwortlich sein sollte und kein einzelner Player. Das geht natürlich direkt gegen Mircrosoft, die mit einer offenen Lizenzstrategie für Passport bereits präventiv zur Gegenoffensive übergegangen sind.

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