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Suchmaschinen Trend: Pay for Placement

28.11.2001 - Auch wenn kein Zweifel daran besteht, dass Suchdienste auf neue Einnahmequellen jenseits der Bannerwerbung angewiesen sind, bleibt es zumindest fragwürdig, ob durch den Verkauf von Suchergebnissen nicht mehr Schaden als Nutzen erzeugt wird.

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Suchmaschinen Trend: Pay for Placement

Auch wenn kein Zweifel daran besteht, dass Suchdienste auf neue Einnahmequellen jenseits der Bannerwerbung angewiesen sind, bleibt es zumindest fragwürdig, ob durch den Verkauf von Suchergebnissen nicht mehr Schaden als Nutzen erzeugt wird.

Fireball macht es, Web.de macht es und Yahoo macht es - zumindest in den USA - jetzt auch: Das Verkaufen von Ergebnissen in Suchmaschinen bzw. Suchkatalogen wird offensichtlich immer populärer. Aus Sicht der Anbieter ein logischer Schritt. Denn: Warum sollten lediglich die in letzter Zeit wie Pilze aus den Boden geschossenen Website-Optimierer gutes Geld dafür kassieren, dass die Seiten ihrer Kunden dort hinbringen , wo diese sie am liebsten sehen: Ganz weit vorn und mindestens auf der ersten Ergebnisseite! Immerhin wird - laut einer von der Netbooster Web Positioning GmbH in Auftrag gegebenen Studie - der Umsatz beim Suchmaschinen-Marketing oder Web Positioning in Deutschland 207 Millionen Mark in diesem Jahr erreichen. Verständlich, dass Fireball und Co. von diesem Kuchen ebenso partizipieren möchten.

So bietet z.B. Web.de seinen Kunden seit kurzem neue „Eintragsservices“ an: Durch „Schmuck-Eintrag“ und „Express-Bearbeitung“ sollen Anmeldungen bzw. Katalogeinträge schneller und vor allem auffälliger erfolgen. Die eigentliche Relevanz der Suchergebnisse rückt immer weiter in den Hintergrund, denn die „Bezahleinträge“ werden noch vor den regulären, alphabetisch oder nach Postleitzahlen sortierten Einträgen aufgelistet.

Auch bei Fireball werden Nutzer dezent darauf hingewiesen, dass ohne das nötige Kleingeld keine Garantie darauf besteht, dass bestimmte Seiten auch in den Fireball-Katalog aufgenommen werden. Für die „garantierte“ Aufnahme innerhalb von fünf Werktagen an vorderer Position werden immerhin 150 Euro fällig, wobei die „Gültigkeit“ des Eintrags - warum auch immer - auf 12 Monate beschränkt ist. Eine Platzierung auf einer Rubriken-Startseite lässt man sich bereits mit 800 Euro pro Monat bezahlen. Aber auch beim „Search-Rookie“ des Jahres Google.de hat das Werben mit Schlüsselworten Einzug gehalten. Hierbei werden Suchbegriffe an Interessenten verkauft. Für 10-15 US$ pro TKP wird der passende „Werbetext“ eingeblendet. Dabei zeigt ein Querbalken gleichzeitig die Beliebtheit (Klickrate) der Anzeige. Einen anderen Weg schlägt der bald auch in Deutschland startende Suchmaschinen-Vermarkter Overture ein. Das Unternehmen kauft von Suchmaschinen/Katalogen (in den USA u.a. von AOL, Lycos, Altavista und Yahoo) prominente Schlagworte bzw. Positionen und verkauft diese wiederum an seine mehr als 49.000 Inserenten. Eine Art der Suchmaschinen-Optimierung bei der auch die Suchmaschine mitverdient.

Bleibt nur die Frage offen, ob sich Fireball, Web.de und Co. nicht ihrer eigenen Basis berauben, denn wenn Nutzer nur noch Werbebotschaften finden (auch wenn diese eine gewisse Relevanz zum Gesuchten aufweisen), werden sie zur Nutzung anderer Dienste übergehen, wodurch gleichzeitig immer weniger Unternehmen dazu bereit sein dürften, für eine Hervorhebung zu bezahlen. Ein Lösung des Dilemmas erscheint schwierig und es gilt für die Suchdienste einen gesunden Mittelweg zwischen Refinanzierung und Neutralität zu finden.

Autor: Matthias Robben

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