Die westlichen Industrienationen bewegen sich in Sachen Internet-Nutzung in großen Schritten auf die Vollversorgung zu. Bereits heute scheint eine Marktsättigung absehbar. Doch was bedeutet dies eigentlich in Bezug auf das Handelspotential des eCommerce?
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Derzeit sind etwa 10 Prozent der Weltbevölkerung „drin“. Je nach Untersuchung wird die weltweite Internet-Gemeinde auf 553 (Nielsen/NetRatings) bis 580 (Nua Internet Surveys) Millionen Personen mit Zugang zum Internet geschätzt. Wobei dies im Vergleich zum 1.Quartal des Jahres gerade einmal einer Steigerung von knapp 5 Prozent entspricht.
So stagnieren die Nutzerzahlen in den USA laut Nielsen/NetRatings bereits seit Ende 2000 knapp unterhalb der 60-Prozent-Marke. Und auch in den Ländern mit den höchsten Internet-Penetrationsraten wie Island (69,8%), Schweden (64,7%) oder Dänemark (60,4%) sind inzwischen ähnliche Sättigungstendenzen zu erkennen.
Auch hierzulande dürfte sich das sprichwörtliche „Ende der Fahnenstange“ in nicht mehr allzu weiter Ferne bewegen. Laut der jüngsten Untersuchung von SevenOne Interactive nutzen derzeit 31,8 Millionen (49,6%) Deutsche das Internet. Weitere sechs Millionen momentane „Nichtnutzer“ planen bereits im nächsten halben Jahr den Schritt in die Online-Welt. Damit steuern wir auch in Deutschland unaufhaltsam auf die „magische“ 60-Prozent-Marke zu, die mit Blick auf die übrige „westliche Welt“ so etwas wie eine Schallmauer darstellt. Schleichendes Wachstum oder sogar Stagnation bei der Entwicklung der Nutzerzahlen sind fortan die unausweichlichen Folgen.
Wer hieraus jedoch zwangsläufig folgert, dass auch die eCommerce-Umsätze damit in absehbarer Zeit ihren Gipfel erreichen, liegt falsch. Eher schon ist das Gegenteil der Fall: Denn die Bereitschaft zum Online-Einkauf hängt unmittelbar mit der „Internet-Erfahrung“ der Nutzer zusammen und nicht mit der Anzahl der „Newbies“.
So kletterten denn auch die eCommerce-Umsätze in den USA - wo bereits seit Ende 2000 kaum noch neue Nutzer den Weg ins Web gefunden haben – inzwischen auf ein neues Rekordniveau von immerhin 6 Milliarden US$ im Juli 2002. Dies entspricht im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresmonat einer Steigerung von beachtlichen 26 Prozent.
Das Zauberwort „Konversion“ verbunden mit der Frage, wie ich aus Nutzern möglichst effektiv Käufer machen kann, wird also das Schaffen der eTailer in den kommenden Jahren wesentlich bestimmen. Und die Voraussetzungen hierzu, sind in den „gesättigten Regionen“ Skandinaviens ungleich besser als anderswo: Denn laut einer Untersuchung von CapGemini Ernst & Young (CGEY) sind in Schweden prozentual gesehen die meisten Online-Shopper in Europa zu finden. 27 Prozent der Internet-Nutzer werden dort zu dieser Gruppe gezählt, während der Wert in „Internet-Entwicklungsländern“ wie Spanien und Italien heute noch bei unter 10 Prozent liegt. In Deutschland gehören laut CGEY 21 Prozent der Internet-Nutzer zur Gruppe der Online-Shopper.
So zeigt sich, dass auch hierzulande wohl noch ein ganz beachtliches eCommerce-Potential schlummert. Bleibt nur noch die Frage, wer es am besten zu nutzen versteht.
Autor: Matthias Robben
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