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mPayment: die Killer-Applikation für den mCommerce?
25.09.2002 | Artikel drucken | Artikel empfehlen

Und er bewegt sich doch! Mehr als zwei Jahre nachdem der Payment-Primus Paybox mit seiner mobilen Bezahllösung gestartet ist, kommt Bewegung in den mPayment-Markt. Gleich mehrere neue Lösungen beanspruchen ein Stück vom 25 Milliarden US$ großen Kuchen.

So stellte Europas größter Mobilfunkanbieter Vodafone jüngst sein neues Bezahlsystem „m-pay“ vor, mit dem zunächst Kleinbeträge bis zu zehn Euro per Handy bezahlt werden können. Laut Unternehmen ist es das erste Micropayment-System für den mCommerce, das ohne Anmeldung, Registrierung, Freischaltung, Kreditkarte, zusätzliche Software oder Passwörter auskommt. Die Abbuchung soll per Handyrechnung oder vom Prepaid-Guthabenkonto erfolgen. Geht es nach dem Willen von Michael Paetsch, Geschäftsführer Marketing von Vodafone, dann bedeutet m-pay nicht weniger als den Durchbruch für mCommerce. Ganz so einfach dürfte die Sache jedoch nicht werden, da die Konkurrenz entweder bereits seit mehreren Jahren am Markt agiert (siehe Paybox) oder nahezu gleichzeitig mit anderen mPayment-Lösungen in den Markt drängt. So kündigte der Payment-Spezialist fun communications nur einige Tage später eine mPayment-Lösung zum mobilen Bezahlen per Onlineüberweisung in Kombination mit EBPP (Electronic Bill Presentment and Payment) an. Bei „fun HomePay EBPP mobil“ werden Rechnungen per WAP-Push auf das Handy des Rechnungsempfängers gesendet. Die Rechnungen enthalten einen WAP-Link, über den der Kunde direkt online zu seiner Rechnung gelangt. Die Zahlung erfolgt – wie vom Onlinebanking gewohnt - per PIN und TAN über das Handy.

Last but not least berichtet die Financial Times Deutschland, dass die spanische Telefónica und die Mobilfunktocher von France Telekom, Orange, sich dem mobile Payment-Standard von T-Mobile und Vodafone anschließen wollen. Insgesamt würde diese Kooperation derzeit mehr als 220 Millionen Kunden weltweit erreichen. Man scheint allenthalben erkannt zu haben, dass es beim mPayment nicht nur um die vielzitierten Peanuts geht. Laut einer Untersuchung von Frost & Sullivan sollen allein in Europa im Jahr 2006 insgesamt Waren und Dienstleistungen im Gegenwert von 25 Milliarden US$ via Handy & Co bezahlt werden. Nur allzu verständlich, dass die in letzter Zeit arg gebeutelten Telcos gerne selbst einen Teil dieses Kuchens abbekommen möchten.

Wie wichtig mPayment dabei für das gesamte mBusiness ist, betont auch das eco Forum. In einer Befragung von Branchenexperten waren 83 Prozent davon überzeugt, dass Mobile Payment-Services die Schlüsselfaktoren für den generellen Erfolg von Mobile Business sein werden. Und fast die Hälfte der Experten ging noch weiter und vertrat die Einschätzung, dass es ohne mPayment auch kein nennenswertes mBusiness geben wird.

Nun bleibt nur noch abzuwarten, ob die Kunden überhaupt neue mobile Bezahlsysteme nutzen werden. So wird z.B. im Internet trotz vielfältiger Alternativen immer noch per Rechnung, Nachnahme oder Bankeinzug bezahlt. Von Seiten der Unternehmen dürfte daher noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten sein, bevor das Handy eines Tages als Bargeld-Ersatz akzeptiert wird.

Autor: Matthias Robben

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