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Black is beautiful!

29.01.2003 - eCommerce boomt! Vorbei sind die Zeiten, in denen Webanbieter ihren Investoren umständlich erklären mussten, warum es auch in diesem Quartal wieder einmal nicht zur Ausweisung von Gewinnen gereicht hat. Jedenfalls gilt dies für die Unternehmen, denen unser heutiges Spotlight gewidmet ist.

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Black is beautiful!

eCommerce boomt! Vorbei sind die Zeiten, in denen Webanbieter ihren Investoren umständlich erklären mussten, warum es auch in diesem Quartal wieder einmal nicht zur Ausweisung von Gewinnen gereicht hat. Jedenfalls gilt dies für die Unternehmen, denen unser heutiges Spotlight gewidmet ist.

Der Januar ist naturgemäß ein guter Monat, um reinen Tisch zu machen und nüchtern Bilanz zu ziehen. Marktforscher loben sodann die großen Steigerungsraten des eCommerce gegenüber dem Vorjahr, konservative Entscheider und Verbände betonen, wie verschwindend gering der Anteil am gesamten Handelsvolumen noch immer ausfällt. Doch was steckt tatsächlich hinter all diesen, mitunter eher verwirrenden als hilfreichen Zahlen und Prognosen? Welche Online-Geschäfte lohnen sich wirklich und welche Unternehmen profitieren davon? ECIN hat sich diesseits und jenseits des Atlantiks einige ‚Best-Practise-Beispiele’ herausgepickt, die aktuell mit sehr erfreulichen Geschäftszahlen aufwarten können.

Amazon
Obgleich viele Analysten und Investoren mitunter ernsthaft daran gezweifelt haben mögen: Die Mutter aller Online-Shops kann nicht nur die Umsatzzahlen beständig nach oben schrauben, inzwischen ist sie auch in der Lage Gewinne auszuweisen. So betrug der operative Gewinn des Schlussquartals 2002 immerhin 64 Millionen US$. Die Erlöse kletterten mit 1,429 Milliarden US$ sogar noch etwas höher als ursprünglich prognostiziert. Und auch der proforma Gewinn stieg um 40 Millionen US$ auf nunmehr 75 Millionen US$ bzw. 19 Cents je Aktie. 2003 sollen die Umsätze im Jahresmittel noch einmal um 15% zulegen, wobei ein Netto-Gewinn von 27 Cents je Aktie angestrebt wird.

eBay
Online-Auktionen sind offenbar die einzig echte ‚Killerapplikation’ des eCommerce. Allein im Schlussquartal 2002 registrierte der Marktführer 195 Millionen Produkte mit einem Gesamtwarenwert von 4,6 Milliarden US$. Für eBay bedeutete dies einen Umsatz von 413,9 Millionen US$ (gegenüber 219,4 Mio. US$ im vergleichbaren Vorjahreszeitraum) sowie einen Gewinn von 87 Millionen US$ (gegenüber 25,9 Mio. US$ im Schlussquartal 2001). Damit hat sich der Gewinn des 4. Quartals mehr als verdreifacht.

Mit Blick auf das Gesamtjahr betrug der Umsatz 1,2 Milliarden US$ bei einem Gewinn von 249,9 Millionen US$ (2001: 90,4 Mio. US$). Angesichts solcher Zahlen fällt es natürlich leicht, die eigenen Prognosen noch einmal kräftig nach oben zu schrauben und für 2003 künftig von einem Jahresumsatz in der Größenordnung von 1,9 Milliarden US$ auszugehen.

1-800 Flowers
Während Lieferservices für Blumen und Geschenke hierzulande eher noch als randständig gelten, hat sich der Topanbieter in den USA längst zu einer festen Größe etabliert. 10,1 Millionen US$ Nettogewinn bei einem Umsatz von 197,4 Millionen US$ lautete die stolze Quartalsbilanz zum Ende des letzten Jahres.

Tchibo.de
Jede Woche eine neue Welt. Der König des Rotationssortiments begeistert nicht nur in seinen Filialen inzwischen weit mehr durch sein Non-Food-Angebot als durch seine Kaffeebohnen. Der Online-Shop zählt unwidersprochen zur deutschen Top-5 des eCommerce und bilanziert das abgelaufene Geschäftsjahr mit einem Gesamtumsatz von mehr als 80 Millionen Euro. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies nach eigener Aussage einer Steigerung um 60%. Den enormen Zuspruch des Webangebots verdeutlichen auch andere Zahlen: So zählt Tchibo.de mit 3,2 Millionen Besuchern zur am zweithäufigsten besuchten Website hierzulande und kann auf beachtliche 1,2 Millionen Abonnenten des wöchentlichen Newsletters verweisen.

Delticom
Auch der Handel mit Autoreifen rollt im Internet. Das im Dunstkreis von Continental entstandene niedersächsische Unternehmen Delticom setzt auf die beiden Säulen Großhandel und Online-Vertrieb und hat beiderorts Erfolg. Insgesamt setzte Delticom im Jahr 2002 circa 34 Millionen Euro um, davon die Hälfte via Internet. Mit Online-Vertretungen in mittlerweile acht europäischen Staaten sieht sich das Unternehmen nicht nur seit langem in den schwarzen Zahlen sondern zugleich auch in der Rolle des kontinentalen Marktführers.

Scout24 (Auto & Immobilien)
Die Scout-Unternehmensgruppe setzt seit langer Zeit auf ‚spezial interest’-Portale mit einem großen Bedarfspotential: Neben Autos und Immobilien gehören so beispielsweise auch Versicherungen und Gesundheit zu den ‚erschlossenen’ Themenfeldern. Das Konzept scheint sich nunmehr langsam auszuzahlen. So vermeldete zu Beginn des Jahres zunächst die ‚Sparte’ Auto mit einem Jahresumsatz von 26 Millionen Euro das Erreichen des Break-Even. Für 2003 erwartet das Unternehmen jetzt Zuwachsraten von über 30 Prozent im Rohertrag sowie ein deutliches zweistelliges Wachstum bei den Margen. Gar das Überschreiten dieser ominösen Break-Even-Schwelle vermeldete kurz darauf das Schwesterunternehmen Immobilienscout24. So sei bei einem Umsatz von 8 Millionen Euro das Ergebnis nach Steuern erstmals leicht positiv ausgefallen. Auch hier geht man für 2003 von einer Umsatzsteigerung von 30% aus.

electronica24
‚Weiße und braune Ware’ zählen neben Büchern, CDs und Filmen seit jeher zu den besonders internetaffinen Produkten. Die Aschaffenburger elektronica24 GmbH wusste dieses geschickt zu nutzen und schrieb mit ihrem Online-Shop nach eigener Aussage von Beginn an schwarze Zahlen. Seit November 2002 verfügt man neben der deutschen auch noch über eine spanische Online-Dependenz und erwirtschaftete einen Jahresumsatz von mehr als 30 Millionen Euro. In diesem Jahr soll dieses Ergebnis auf 40 Millionen Euro gesteigert werden.


Die gewählten Beispiele mögen willkürlich erscheinen, sind aber nicht zufällig gewählt. Denn sie stehen für z.T. gänzlich unterschiedliche Geschäftsansätze und mitunter deutlich differierende Zielgruppen. Sie repräsentieren den reinen Produkthandel ebenso wie eher dienstleistungsorientierte Angebote. Nur in einem sind sie sich völlig gleich: Sie sind konzeptionell konsequent zu Ende gedacht, entwickeln sich beständig weiter und sie haben das, wonach sich letztlich alle sehnen: Erfolg am Markt!

Autor: Ralf Koyro

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