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Die Rechnung, bitte!
18.06.2003 | Artikel drucken | Artikel empfehlen

Vorbei die Zeiten, in denen CyberCash, Paybox oder eCash für strahlendes Leuchten in den Augen der eCommerce-Experten sorgten. Nicht nur, dass sich neuartige digitale Zahlungssysteme nicht haben durchsetzen können, vielmehr wird inzwischen wieder verstärkt der Wunsch nach einer papierenen Rechnung laut.

Die neueste Untersuchung zum Zahlungsverhalten der Internet-Nutzer von der Universität Karlsruhe und der Mummert Consulting AG bestätigt den Trend der vergangenen Monate: Neue Zahlungssysteme sind so gut wie gar nicht beim Kunden gefragt und es kann beinahe gar nicht altmodisch genug vonstatten gehen. Von den Kunden wird heutzutage mehr denn je die Sicherheit der realen Welt beim Online-Shopping gesucht. Und da haben innovative Zahlungsmethoden nur wenig Spielraum. So zahlen 68 Prozent aller Online-Shopper am liebsten offline gegen Rechung bzw. 70 Prozent vertrauen auf die papiergebundene Lastschriftabbuchung.

Die beliebteste „echte“ Online-Zahlmethode ist die Online-Lastschrift. Diese hat rund die Hälfte der Web-Shopper (53 Prozent) schon einmal zum Bezahlen im Internet benutzt. Auf Platz zwei folgt dann die Kreditkarte mit rund 49 Prozent.

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Demgegenüber konnte sich das Handy als Zahlungsmethode bis dato nicht durchsetzen. Spätestens seit sich der mPayment-Primus Paybox enttäuscht vom deutschen Endkundenmarkt zurückgezogen hat, dürfte das Mobiltelefon zumindest in naher Zukunft keine bedeutende Rolle in punkto ePayment spielen, zumal es an durchsetzungsstarken Allianzen zwischen Telcos und Banken mangelt. Es existiert zwar mit mPay eine Lösung von Vodafone, doch lassen sich hiermit in erster Linie lediglich angelagerte Services wie Klingeltöne oder Logos bezahlen. Eine echte Bezahlalternative beim Online-Shopping stellt mPayment derzeit nicht dar.

Verheißungsvoller sind da schon die jüngsten Entwicklungen im Bereich der Online-Überweisungen. So bieten etwa fun communication oder Pago Online-Überweisungen als Zahlungsverfahren direkt auf der Website des Verkäufers an. Die Lösung von fun communication wurde beispielsweise in Zusammenarbeit mit der Postbank als Internet-Zahlverfahren für den Reiseveranstalter L’TUR und die ARD-Fernsehlotterie erfolgreich eingeführt.

Bei der Pago-Lösung erhalten die Kunden zur Durchführung der Online-Überweisung ein einfaches, temporäres Java-Applet, mit dem sie ihre Bank- und Kontoverbindung auswählen und die Angaben mit ihrer PIN bestätigen. Danach erstellt das Applet automatisch ein bereits vorausgefülltes Überweisungsformular mit Empfänger, Verwendungszweck und Überweisungsbetrag. Nach Prüfung der Überweisungsdaten kann der Kunde die Online-Überweisung mit einer gültigen TAN bestätigen, freigeben und auslösen. Der tatsächliche Überweisungsvorgang wird durch die kontoführende Bank des Kunden durchgeführt. Besonders für Händler dürfte diese Bezahlvariante interessant sein, da er sofort eine Zahlungsbestätigung bekommt und Rückbuchungen wie beim Lastschrift-Verfahren nicht möglich sind. Hier bleibt nur abzuwarten, inwiefern auch der Kunde sich auf diese Zahlungsvariante einlassen wird. Auf jeden Fall dürften Zweifel berechtigt sein, ob er PIN und TAN auch auf „fremden Websites“ angeben wird. So werden es auch im Jahr 2003 neue Bezahlsysteme im Internet sehr schwer haben.

Der Verbreitungsgrad des Zahlungssystems ist immer noch ein wichtiges Entscheidungskriterium. Und so liegen Online-Shops wohl keineswegs falsch, wenn sie auch künftig zunächst einmal auf die Zahlung via Rechnung, Lastschrift und Kreditkarte setzen.

Autor: Matthias Robben

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