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Online-Nutzer: Das keineswegs unbekannte Wesen
25.06.2003 | Artikel drucken | Artikel empfehlen

Die Deutschen sind im Internet. Mehr als die Hälfte der über 14jährigen nutzen das Medium und mit zunehmender Erfahrung auch die Möglichkeit via Mausklick einzukaufen. Was es sonst noch über die ‚Zielgruppe Endkunde’ zu wissen gilt, verrät Ihnen unser Spotlight.

Zugegeben: Bei den ganzen Zahlen, die uns mitunter in Bezug auf die Internet-Nutzung ‚um die Ohren knallen’, fällt es nicht immer leicht, den Überblick zu behalten. Dennoch ist es für viele ‚Online-Unternehmer’ zweifellos wichtig zu wissen, wer das Internet hierzulande in welcher Weise nutzt. Und da lässt sich mit der zweiten wichtigen Nutzererhebung in diesem Jahr doch eine eindeutige Erhärtung des allgemeinen Trends konstatieren: So kommen die Marktforscher von TNS Emnid im Rahmen ihres (N) Onliner Atlas 2003, den sie in dieser Woche gemeinsam mit der Initiative D21 in Berlin präsentiert haben, zu dem Ergebnis, dass sich inzwischen mit 50,1% der Bundesbürger über 14 Jahren erstmals die absolute Mehrheit der Deutschen zu den Internetnutzern zählen darf. Demgegenüber stehen 42,7% Nichtnutzer sowie 7,2% zur baldigen Nutzung Entschlossene. Das Verhältnis hat sich dementsprechend zum Vorjahr beinahe umgekehrt.

tnsemnid

Und ähnlich wie die Forschungsgruppe Wahlen im April, stellen auch die Emnid-Analysten fest, dass es bezüglich der Ost-West-Verteilung kaum noch Unterschiede in der Nutzungsverteilung gibt: So sei die Zahl der Nutzer in den neuen Bundesländern innerhalb der vergangenen 12 Monate von 37% auf nunmehr 47% geklettert. Das ehemals bestehende geographische Gefälle gehört damit also ebenso zunehmend der Vergangenheit an, wie ein alterspezifisches. Denn wie bereits im April von der Forschungsgruppe Wahlen festgestellt, nimmt in allen Altersgruppen - mit Ausnahme der über 59jährigen - die Zahl der Internetnutzer deutlich zu.

Für Emnid ergeben sich aus diesem Ergebnis in Verbindung mit anderen soziodemografischen Eckdaten diesseits und jenseits des ‚digitalen Grabens’ zwei relativ eindeutige Profile: Auf der einen Seite die Internet-Nutzer mit einer formal höheren Bildung und dem Status eines Angestellten oder Selbstständigen, auf der anderen Seite der ältere Nichtnutzer mit formal geringerer Bildung und dem deutliche geringeren Einkommen. Lediglich im Bereich der Arbeitssuchenden scheint sich dieser Trend etwas aufzuweichen, denn immerhin nutzt inzwischen jeder zweite erwerbslose Bundesbürger das Internet zur Jobsuche, was einer Zunahme von 17% entspricht.

Dass mit der zunehmenden Online-Erfahrung der Nutzer auch die Bereitschaft zum Interneteinkauf wächst, betonen die meisten Marktforscher unisono. Und so bezifferte eine Marktuntersuchung von NFO Infratest und Enigma GfK im April dieses Jahres, dass immerhin bereits jeder dritte Deutsche zwischen 14 und 69 Jahren in den 12 Monaten zuvor mindestens einmal online eingekauft habe. Ein Fünftel der Befragten gab an, das Internet regelmäßig zum Einkauf zu nutzen, weitere 15% bezeichneten sich als gelegentliche Online-Käufer.

Im Vergleich zu den großen Ambitionen des B2B-Marktes wurde der eCommerce mit dem Konsumenten in der Vergangenheit dennoch stets eher milde belächelt. Das Potential erschien vielen Analysten einfach deutlich zu gering. Doch auch hier scheint sich eine Trendwende anzubahnen: Forrester etwa begreift das Konsumentengeschäft inzwischen sogar als wichtigen Wachstumsmotor und prognostiziert für dieses und nächstes Jahr Zuwächse in einer Größenordnung von mindestens 20%. Federführend sehen die Analysten dabei die schon beinahe traditionellen Online-Handelsgüter vorn: Flugtickets, IT-Ausstattung, Bücher sowie Musik- und Videoprodukte. Insbesondere sei beim eCommerce, so Forrester-Analyst Andrew Bartels, ein ansteigender Trend zu Online-Direktverkäufen bei hochwertigen Markenartikeln zu beobachten.

Doch nicht nur Markenartikel, sondern insbesondere auch die Brands der großen Handelskonzerne mischen den eCommerce kräftig auf. Zu den ohnehin großen Zugnummern Otto und Tchibo etabliert sich mit dem KarstadtQuelle Konzern zunehmend ein dritter ‚Big Player’: So legte der Online-Bestellwert des Unternehmens im ersten Quartal dieses Jahres gegenüber den ersten drei Monaten 2002 um satte 45% auf insgesamt 380 Millionen Euro zu. Für das gesamte Jahr 2003 kalkuliert man unverändert mit einem Umsatz von mindestens 1,5 Milliarden Euro und darf dabei nach eigener Aussage auf eine Steigerung der Besuchszahlen um nicht weniger als 69% bauen. Interessant zu beobachten ist es dabei, dass KarstadtQuelle just in dem Moment online erfolgreich ist, in dem man sich auf ausgewählte Produkt- und Themensparten konzentriert. Insofern kann sich die mühevolle Auseinandersetzung mit Nutzerzahlen und -typen also durchaus auch einmal kräftig auszahlen ;-)

Autor: Ralf Koyro

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