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Web bringt Automarkt ins Rollen

13.08.2003 - Für das Geschäft mit den vier Rädern ist das Web mittlerweile unverzichtbar geworden. Kaum ein Autohändler, der nicht seine Gebrauchtfahrzeuge über eine der großen Plattformen anpreist, kaum ein Kaufinteressent, der nicht erst einmal einen Blick ins Internet riskiert, bevor er sich für ein neues Vehikel entscheidet. Wo liegt das Geheimnis?

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Web bringt Automarkt ins Rollen

Für das Geschäft mit den vier Rädern ist das Web mittlerweile unverzichtbar geworden. Kaum ein Autohändler, der nicht seine Gebrauchtfahrzeuge über eine der großen Plattformen anpreist, kaum ein Kaufinteressent, der nicht erst einmal einen Blick ins Internet riskiert, bevor er sich für ein neues Vehikel entscheidet. Wo liegt das Geheimnis?

Der Autohandel im Web muss sich schon lohnen. Ansonsten würden kaum Versandhändler wie Quelle & Co. in den Internet-Handel mit Fahrzeugen zu Sonderpreisen einsteigen und dadurch notgedrungen riskieren den Zorn stationärer Händler auf sich zu ziehen. Nun zweifeln zwar noch einige Experten an der Ernsthaftigkeit und damit auch an der Dauerhaftigkeit derartiger Angebote, doch zweifellos findet das Auto immer stärker Eingang in das kommerzielle Gesamtangebot des Internet. Am stärksten davon profitieren dürften momentan die beiden Platzhirsche in punkto Vermittlung von Gebrauchtfahrzeugen via Internet, nämlich mobile.de und AutoScout24.

So konnte mobile.de jüngst verkünden, dass jeder fünfte Gebrauchtwagen in Deutschland über die eigene Plattform verkauft wird. Im Jahr sind das laut Unternehmensangaben rund 2,4 Millionen Fahrzeuge im Wert von mehr als 18 Milliarden Euro. Eine bei der GfK Nürnberg in Auftrag gegebene Studie zeigt, dass die Kfz-Handelsbetriebe im April 2003 durchschnittlich 33 Prozent ihrer Gebrauchtwagenverkäufe über die Plattform realisierten.

Aber auch das Angebot von AutoScout24.de braucht sich keineswegs zu verstecken: Mit knapp 800.000 Fahrzeugen in den Datenbeständen liegen die beiden Anbieter (mobile.de derzeit ca. 840.000) nahezu gleichauf. Das Unternehmen der Scout-Gruppe setzt seit einigen Monaten verstärkt auf Kooperationen mit überregionalen Tageszeitungen. So können die Nutzer von AutoScout24 ihre Fahrzeuge nicht nur auf dem virtuellen Marktplatz einstellen, sondern haben zusätzlich die Möglichkeit, ihre Anzeigen gegen eine Gebühr von 10 bzw. 13 Euro in den Kfz-Markt der Frankfurter Rundschau oder der Süddeutschen Zeitung erscheinen zu lassen. Und auch beim ADAC findet der Website-Besucher die Fahrzeuge aus dem AutoScout24-Bestand.

Service Sells lautet immer häufiger das Erfolgsrezept dieser Online-Plattformen, auf denen inzwischen auch längst nicht mehr „nur“ Autos gehandelt werden. Finanzierungs- oder Leasing-Angebote gehören ebenso zum Programm wie unabhängige Wertgutachten oder die passende Kfz-Versicherung.

Die Erfolge beim Online-Geschäft mit Fahrzeugen beschränken sich derweil nicht nur auf Deutschland, sondern sind in den meisten westlichen Ländern zu beobachten. So gehen die Marktforscher von Jupiter Research davon aus, dass in den USA – wo eBay Motors den mit Abstand größten Marktanteil für sich beansprucht – inzwischen jedes dritte gebrauchte Auto via Internet zu seinem neuen Besitzer findet.

Vor diesem Hintergrund ist es nur allzu verständlich, wenn vor allem Händler nicht mehr auf Kfz-Plattformen verzichten möchten. Eine Studie des Center Automotive Research zeigt deutlich, wie Autohändler mit Hilfe der Internet-Automärkte die Effizienz ihres Gebrauchtwagengeschäftes steigern und damit ihr Ergebnis verbessern können. Demnach konnten 48 Prozent der Autohändler die Standzeiten im Gebrauchtwagengeschäft reduzieren und ihr Verkaufsgebiet deutlich ausweiten. Darüber hinaus lassen sich Verkaufsgespräche mit Online-Kunden vor Ort kürzer gestalten. Denn auch im Gebrauchtwagenmarkt sind diese Kunden im Durchschnitt besser informiert als traditionelle Kunden. Internet-Automärkte helfen zudem Kosten sparen. Die befragten Autohändler verkaufen so genannte "Problemautos" über das Internet schneller.

Der Studie zufolge haben sich die bei Online-Käufen erzielten Preise um durchschnittlich zwei Prozent verringert, da der elektronische Marktplatz eine große Markttransparenz für Käufer und Verkäufer ermöglicht. "Nach unseren Ergebnissen werden aber die niedrigeren Preise durch die Effizienzfaktoren überkompensiert", schlussfolgert Prof. Dr. Ferdinand Dudenhöffer. Seine Prognose: "Die Erfolgsstory der Online-Autobörsen geht weiter".

Autor: Matthias Robben

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