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Payment-Potpourri verunsichert Händler und Kunden
05.11.2003 | Artikel drucken | Artikel empfehlen

Echter Erfolg sieht anders aus. Noch immer leiden digitale Zahlungslösungen unter beträchtlichen Akzeptanzproblemen. Und dieses keineswegs nur auf Seiten der Kunden, wie eine Studie belegt.

Online-Nutzer vom alten Kontinent sind Gewohnheitstiere. Zwar freunden sie sich langsam aber sicher mit der Kreditkarte als Zahlungsmittel für den Online-Einkauf an, aber dennoch benötigen eTailer noch immer mehr als vier Zahlungsalternativen, um etwa 80% der europäischen Online-Shopper im Bereich der virtuellen Kasse relativ sicher abzudecken. So jedenfalls die Einschätzung von Forrester im Rahmen einer entsprechenden aktuellen Untersuchung.

Doch wer davon ausgeht, dass die problematische Etablierung von Online-Payment-Systemen ausschließlich mit den Gewohnheiten der Käufer zu tun hat, spannt den Bogen ganz offensichtlich zu kurz. So richtete die Postbank in einer Studie zu Beginn des Jahres ihr Augenmerk bereits ganz bewusst auf die Händler und fand heraus, dass hier in Richtung digitaler Payment-Lösungen ganz ähnliche Skrupel und Vorbehalte existieren. Und Erfahrungen wie jüngst mit Paybox trügen in diesem Zusammenhang eher noch zu einem größeren Misstrauen bei und verstärkten die Orientierung in Richtung traditioneller Verfahren.

Das wichtigste Problem, dass die Postbank für die Lösungsanbieter in diesem Zusammenhang ausmacht, scheint eher mentaler Natur zu sein: So diagnostiziert die Studie auf der einen Seite ein augenscheinliches Informationsdefizit zum Thema ganz Allgemein, auf der anderen Seite trüge die Vielzahl unterschiedlicher und nur sehr bedingt miteinander vergleichbarer Lösungen auch nicht gerade zu einem besseren Verständnis und größerer Aufgeschlossenheit bei. So heißt es in dem Fazit: „Für Kunden stellt sich durch die Vielzahl kein Lerneffekt beim Online-Einkauf ein. Unterschiedliche Bezahlsysteme erfordern immer neue Bedienung, andere Sicherheitsvorkehrungen oder sich ständig wiederholende Eingaben von Registrierungsdaten.“ Händler wiederum zweifeln in Anbetracht der vielen Anbieter und einer gleichzeitig erwarteten Marktkonsolidierung vor allem die Langlebigkeit der Lösungen an und fürchten um ihre Investitionen. Dieser Faktor erweist sich laut Studie für die Anbieter umso problematischer, als dass ohnehin viele Händler von beträchtlichen Investitions- und Nutzungskosten ausgehen und demgegenüber die aus der Nutzung resultierenden Einsparungen häufig unterschätzten. Gepaart mit dem bereits beschriebenen Mangel an Informationen stellt das für viele Unternehmen momentan noch ein wichtiges „Knock-out-Kriterium“ dar.

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Doch da davon ausgegangen werden darf, dass die Untersuchung der Postbank nicht ganz frei von eigenen Ambitionen vorgenommen wurde, waren natürlich auch die Stimmen derjenigen Unternehmen von Interesse, die heute bereits auf elektronische Bezahlverfahren zurückgreifen.

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Eine große Aufgeschlossenheit eruierten die Marktforscher auf Seiten der Händler gegenüber Online-Überweisungen mit PIN und TAN. Mehr als die Hälfte derjenigen, die bereits über Erfahrung mit der Nutzung von Bezahlsystemen verfügen, räumen dieser Alternative generelle Vorteile gegenüber anderen Verfahren ein und unterstreichen zudem die Verbindlichkeit der Zahlung als weiteren Vorteil für den Händler. Den Sicherheitsaspekt heben immerhin noch über dreißig Prozent dieser Gruppe hervor.

Bringt man die Postbank-Untersuchung auf den Punkt, so lässt sich Folgendes festhalten: Händlern ist an einer Langlebigkeit der Lösungen gelegen, die wiederum unmittelbar von der Überlebenschance des Anbieter abhängt. Zudem sollte die Lösung kostengünstig, einfach und weit verbreitet sein, damit sie sich zu einer Art Standard entwickeln kann. Lösungen, die auf der Basis traditioneller und etablierter Zahlungsformen aufbauen, werden dabei generell größere Chancen eingeräumt.

Autor: Ralf Koyro

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