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SCM-Markt: Überraschend gut

19.11.2003 - Noch klingen die vielen Statements, die eine Besserung der wirtschaftlichen Lage ankündigen, häufig eher wie Beschwörungen. Die Anbieter von Anwendungen rund um das Management von Supply Chains sollten aber keinen Grund zur Klage haben.

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SCM-Markt: Überraschend gut

Noch klingen die vielen Statements, die eine Besserung der wirtschaftlichen Lage ankündigen, häufig eher wie Beschwörungen. Die Anbieter von Anwendungen rund um das Management von Supply Chains sollten aber keinen Grund zur Klage haben.

Mehr als 1,9 Mrd. US$ sollen in diesem Jahr mit Software für den gesamten Bereich „Supply Chain Planning & Collaboration“ (SCP&C) weltweit umgesetzt werden – ein gutes Ergebnis, da die Ausgaben im IT-Sektor ansonsten nach wie vor schwächeln. Anscheinend sehen viele Unternehmen gerade jetzt den günstigen Zeitpunkt gekommen, um ihre Geschäftsprozesse unter die Lupe zu nehmen und entscheidend zu verbessern. So stellen die Experten von der ARC Advisory Group in ihrem neuen Report fest, dass ausgerechnet der von der wirtschaftlichen Stagnation besonders betroffene Bereich der industriellen Produktion nicht nur kräftig spart, sondern für 85 Prozent oder 1,615 Mrd. US$ der SCP&C-Umsätze verantwortlich ist. Und gemeinsam mit dem Handel sollen bis Ende 2008 die jährlichen Investionen hier auf 2,19 Mrd. US$ ansteigen.

Nach Ansicht von ARC Analyst Steve Clouther werde mit den auf SCP&C bezogenen Ausgaben allerdings anders als in den einige Jahre zurückliegenden Boom-Perioden nunmehr nahezu ausschließlich auf Kostensenkung gezielt. Dazu habe insbesondere der in der letzten Zeit zu verzeichnende signifikante Anstieg der geschäftlichen Transaktionskosten beigetragen. Nun gehe es darum, die Prozesse in der ganzen Wertschöpfungskette vom Zulieferer bis zum Endkunden effizienter zu gestalten.

Wen wundert’s: Ganz reibungslos geht die Implementation von SCP&C-Anwendungen nicht von statten. So ist zum Beispiel der effiziente Umgang mit Lieferanten-Portalen derzeit ein wichtiges Thema für die Automobil-Supplier. Mehr als 80 Prozent sind unzufrieden mit den vorhandenen Lösungen. Eine aktuelle Befragung unter dem Titel "Automobil-Zulieferer - Brennpunkt IT"von Indatex zeigt, dass das Konfliktpotential zwischen den Automobil-Herstellern und Zulieferern im IT-Bereich noch umfangreiche Zusammenarbeit erfordert, um machbare Lösungen zu entwickeln. Die Portale der OEM (Original Equipment Manufacturer)- Hersteller seien für mehr als 50 Prozent der Supplier in Folge fehlender Homogenität das größte Problem: Unterschiedlichste Prozesse und Systeme stoßen aufeinander und Informationen können nur schwer ausgetauscht werden.

Ein ganz besonders heißes Thema stellt in diesem Zusammenhang derzeit die RFID-Technologie dar. Trendsetter Walmart ist gegenwärtig dabei, mit Hilfe der kleinen Tags seine ohnehin schon als Musterbeispiel für Effizienz geltende Supply Chain noch zu optimieren. Allerdings rechnet sich die ganze Sache nicht unbedingt für alle Beteiligten. Zwar können insbesondere Händler wie Walmart in den nächsten Jahren Kosten in Milliardenhöhe einsparen, wenn ihre Lieferkette durch Radio Frequency Identification (RFID) transparenter wird. Hersteller allerdings werden höhere Kosten zu tragen haben und erst später von der neuen Technologie profitieren können, so eine Analyse von A.T.Kearney.

Allen Kontroversen beim Thema SCP&C scheint eins gemeinsam: Sie sind unvermeidbar, aber vorübergehend. Unbestritten werden sich die Vor- und Nachteile, bzw. die Investitionen und die daraus erzielten Gewinne nicht gleichmäßig auf alle Beteiligten verteilen. So können sicherlich die wenigsten Unternehmen dem Beispiel von IBM folgen und durch besseres Supply Chain Management wie Big Blue in einem Jahr (2002) 5,6 Mrd. US$ einsparen. Aber der Trends lässt sich auch von denjenigen nicht aufhalten, die weniger profitieren. Die Studie der ARC Advisory Group ist ein weiterer Beleg dafür, dass optimale Supply Chains immer stärker zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor werden.

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