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2004 – weiterhin harte Zeiten?

17.12.2003 - Der Aufschwung kommt. Sicher. Nur wann? Für 2004 sind die Prognosen besser als für 2003 – aber wirklich rosig werden die nächsten zwölf Monate wohl wieder nicht.

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2004 – weiterhin harte Zeiten?

Der Aufschwung kommt. Sicher. Nur wann? Für 2004 sind die Prognosen besser als für 2003 – aber wirklich rosig werden die nächsten zwölf Monate wohl wieder nicht.

Die wichtigste Frage lautet ohne Zweifel: Wie werden sich die IT-Ausgaben in den Unternehmen entwickeln? Oder: Gibt es begründete Hoffnung auf Wachstum? Da es um die Zukunft geht, fallen die Antworten selbstverständlich unterschiedlich aus. Das Spektrum reicht von ‚Stagnation auf niedrigem Niveau’ bis zu ‚Wachstum wie schon lange nicht mehr’. Oder im Falle der Analysten von IDC sogar bis hin zu ‚noch besser, als ohnehin schon erwartet’ - eine positivere Prognose wird sich kaum finden lassen. Schon im November setzte IDC-Analyst Stephen Minton die Zeichen auf eindeutige Zuwächse. Er sagte eine Steigerung von 4,9 Prozent für die IT-Ausgaben weltweit voraus. Mit diesen 4,9 Prozent würden nicht nur wesentlich positivere Ergebnisse als 2003 erreicht, es wäre auch die erste signifikante Verbesserung in den letzten Jahren.

Aber mittlerweile gehen die Experten von IDC weiter und korrigieren ihre ohnehin schon ausgezeichnete Prognose nach oben. Die Nachrichten über die wirtschaftliche Lage verweisen auf noch bessere Aussichten für 2004, so Frank Gens in den IDC Predictions. Tatsächlich könne man nun eher ein Wachstum im Bereich zwischen sechs bis acht Prozent erwarten. Oder sogar noch besser. Bei so viel Wagemut halten sich die IDC-Auguren allerdings ein Hintertürchen offen: Der Optimismus hinsichtlich der Marktentwicklung sei noch ziemlich fragil. Wenn es 2004 zu schlechten Wirtschaftsnachrichten komme, räumen sie ein, dann setzen die Finanzvorstände in den Unternehmen möglicherweise schnell wieder ihre Skalpelle ein, um die Budgets wieder auf Sparkurs zu bringen.

Immerhin noch robustes Wachstum sagen die Marktforscher von Forrester für das nächste Jahr voraus. Die 490 europäischen IT-Verantwortlichen, die sie zwischen Juli und September befragten, werden durchschnittlich ihre IT-Ausgaben um 2,6 Prozent steigern. Insbesondere im Vergleich mit den mageren 0,8 Prozent, die im Jahr 2003 zugelegt wurden, sei das schon ein recht gutes Ergebnis, so Charles Homs von Forrester. Ein Highlight verspricht er für 2005: Um 2,9 Prozent sollen dann die durchschnittlichen IT-Ausgaben in Frankreich, Deutschland, den Niederlanden und in Großbritannien wachsen. Im Vergleich zu den IDC-Prognosen ist das natürlich schwach. Aber richtiggehend deprimierend wird es, wenn man die Aussichten speziell für den deutschen Markt betrachtet. Um rund ein Prozent werden hier im kommenden Jahr die Ausgaben zurück gehen, erwartet Homs. Während in Frankreich und Großbritannien die Investitionen insbesondere für Enterprise Resource Planning, Content Management und Web Services zu einem Wachstum bei den IT-Budgets 2004 beitragen werden, sei erst für 2005 eine Steigerung der deutschen IT-Budgets von rund vier Prozent zu erwarten. Schlechte Prognosen gibt es von Forrester für das Segment der IT-Services, die bei 46 Prozent der deutschen Unternehmen auf der Liste der Ausgabenkürzungen stehen. Insgesamt werden IT-Consulting und –Integration am stärksten von den Kürzungen betroffen sein.

Das allerdings scheinen die Betroffenen selbst anders zu sehen. So erwarten IT-Service-Anbieter zwar auch zum Ende 2003 keine spürbare Belebung des Marktes mehr, zeigen sich aber mit Blick auf 2004 zuversichtlich. Das „Stimmungsbarometer“, das die Skill Portal AG regelmäßig unter den IT-Dienstleistern abruft, zeigt optimistische Tendenzen. So sagen zwei Drittel der Befragten eine positive Geschäftsentwicklung im Jahr 2004 voraus. Weitere 27 Prozent sind sicher, dass das Geschäft jedenfalls nicht rückläufig sein wird. Über die Hälfte (52 Prozent) äußerte in der Umfrage die Überzeugung, dass die Preise für IT-Services 2004 nicht weiter in den Keller fallen werden. 27 Prozent gehen sogar von einem steigenden Preisniveau aus.

Natürlich muss man hier mit Zweckoptimismus rechnen, aber ohne Zweifel ist die Stimmung ein Faktor, der in wirtschaftlichen Zusammenhängen eine große Rolle spielen kann. Immerhin ist der Auftragseingang in der Branche bereits im Jahr 2003 wieder angestiegen, wie der Branchenverband Bitkom berichtet, und im Privatkundengeschäft hat das Weihnachtsgeschäft die Erwartungen deutlich übertroffen. Von daher ist das Statement des Bitkom-Präsidenten Willi Berchtold möglicherweise eine ‚Self-Fulfilling Prophecy’, die die Grundlage für ein erfolgreiches Jahr 2004 legt: „Die Stimmung in der ITK-Branche hellt sich auf. Die konjunkturellen Aussichten für 2004 sind viel versprechend. Die Unternehmen gehen gestärkt und mit frischem Schwung ins neue Jahr.“

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