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Location Based Services: Ortung ohne Umwege
14.01.2004 | Artikel drucken | Artikel empfehlen

Auch wenn die standortbezogenen mobilen Dienste noch nicht den endgültigen Durchbruch geschafft haben, gibt es inzwischen eine Vielzahl mehr oder minder nützlicher Anwendungen. Von Restaurant-Tipps bis zur Unfall-Ortung ist das Spektrum ebenso breit wie beeindruckend.

Der Mobilfunkdienst track your kid von Armex setzt zum Beispiel auf Eltern, die sich Sorgen um den Aufenthaltsort ihrer Kinder machen. Mittels Location Based Service (LBS) ermöglicht dieser Dienst eine Ortung der eigenen Kinder über das Handy, die Daten werden im Internet oder via SMS zur Verfügung gestellt. Um den Service nutzen zu können, müssen die Sprösslinge ein bei track your kid registriertes Handy bei sich tragen und können dann auf Anfrage geortet werden. Dabei schwankt die Genauigkeit jedoch in Abhängigkeit von der Netzdichte. In Innenstädten verspricht man den besorgen Eltern eine Bestimmung des Aufenthaltsortes auf bis zu 50 Meter genau, während es in weniger bewohnten ländlichen Gegenden auch schon mal einige Kilometer sein können. Ganz billig ist der Service auch nicht: So wird z.B. bei der Paketlösung ohne feste Vertragsbindung neben einer Einrichtungsgebühr von 19,90 Euro für jede Ortung des Sprösslings noch einmal 1 Euro fällig.

Einen ganz anderen standortbezogenen Service verspricht der Betreiber des im Januar gestarteten Dienstes TagAndScan. Gepflegt wird der Service von den Mitgliedern selbst, die in jeder Funkzelle, in der sie sich gerade aufhalten, Textnachrichten oder auch Fotos hinterlassen können. Betreten andere Mitglieder dann die entsprechende Funkzelle, können die privaten oder öffentlichen Informationen abgerufen werden. Als Nutzungsmöglichkeiten werden z.B. Restaurantkritiken oder Veranstaltungstipps genannt. Um den in einigen Großstädten Englands gestarteten Service nutzen zu können, muss eine kleine Java-Software auf das eigene Handy heruntergeladen werden. Für die eigentliche Nutzung werden dann pro Abfrage zwischen 20 und 25 britische Pence fällig.

Wer lediglich wissen möchte, ob sich die eigenen Freunde in der Nähe aufhalten, kann dies theoretisch seit Frühjahr letzten Jahres über den Buddy Alert von Mobiloco erfahren, der zurzeit netzübergreifend bei Vodafone D2 und O2 funktioniert. Die Abfrage des Dienstes erfolgt per SMS und der Nutzer kann entweder einzelne Personen oder Gruppen von bis zu vier Mitgliedern lokalisieren, die bei einer Abfrage ebenfalls per SMS über den Standort des jeweiligen Gegenübers informiert werden. Eine Lokalisierung ist jedoch nur dann möglich, wenn auch die zu findende Person Mitglied beim Mobiloco-Service ist und ihre Einwilligung zur Lokalisierung gegeben hat. Einzelne Abfragen kosten zwischen 0,50 bis 1,00 Euro.

Einen ernsteren Hintergrund hat der neue Service der Notrufzentrale der Autoversicherer NOTFON D. Seit Dezember können alle Handy-Notrufe über die gebührenfreie Notrufnummer 0800 NOTFON D (0800-668 366 3) geortet werden. Der Hintergrund: Bei 30 Prozent aller Handy-Notrufe können die Anrufer nicht genau angeben, wo sie sich gerade befinden. Deshalb wurden feste Schnittstellen zu allen Mobilfunkanbietern eingerichtet, die eine sekundenschnelle Standortbestimmung ermöglichen sollen. Nach dem mündlichen Einverständnis des Anrufenden werden die Koordinaten der entsprechenden Funkzelle ermittelt und mit den Straßennetzdaten verknüpft. Der Standpunkt des Anrufers wird dann bei Bedarf an entsprechende Leitstellen weitergegeben. Dazu können Rettungskräfte, Polizei und Abschleppdienste gehören.

Auf das immer weiter steigende Sicherheitsbedürfnis der Bürger setzt auch das neue Vodafone-Handy Vitaphone 1200. Dieses Handy besitzt eine spezielle Notfall-Taste und das Ortungssystem GPS. Durch Drücken der Notruf-Taste informiert das Mobilfunktelefon innerhalb des Vodafone D2-Netzes automatisch die Vitaphone-Service-Zentrale, die den Notruf inklusive der auf bis zu 15 Meter genauen Position an die Rettungskräfte weiterleitet. Auf Wunsch werden auch die Angehörigen informiert und hinterlegte medizinische Daten durch Fachpersonal an die Rettungsärzte vor Ort weitergeleitet. Das Handy kostet 299 Euro und beinhaltet einen Servicevertrag der Vitaphone GmbH über zwölf Monate. Danach kostet der Service 14 Euro pro Monat.

Von Spielereien bis hin zu lebensrettenden Services reicht die Palette der standortbezogenen Dienste. Nicht alle werden sich durchsetzen können, doch die Möglichkeiten sind enorm. Vor allem die entstehenden Verdienstmöglichkeiten werden in Zukunft die großen Mobilfunkunternehmen mit neuen Angeboten noch stärker auf den Plan rufen.

Über Anregungen und Kritik freut sich Matthias Robben

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