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Suchmaschinen-Marketing: Unbezahlbar?
19.05.2004 | Artikel drucken | Artikel empfehlen

In dem Maße, in dem die Möglichkeiten des Suchmaschinen-Marketings wachsen, scheinen auch die Preise hierfür zu klettern. Kein Wunder, denn nur die wenigsten Unternehmen setzen heute noch auf das „händische“ Optimieren ihrer Websites. Beste Voraussetzungen also, um die begehrten Platzierungen im Gebotsverfahren zu vergeben. Doch wie lange noch?

So offenbarte der aktuelle Preisindex der Suchmaschinen-Werbung (SPIXX) im Mai erhebliche Verschiebungen im Preisgefüge. Der SPIXX gibt an, wie viel für die jeweils erste Werbeposition bei den relevanten Suchmaschinen bezahlt wird. Ermittelt werden die absoluten Zahlen sowie ein Vergleich zum Vormonat. Die Auswertung umfasst die Suchmaschine Google ebenso wie die Partnernetzwerke Overture und espotting.

Im Segment "Auto & Motor" sind die Kosten saisonbedingt um durchschnittlich 23 Prozent gestiegen. Stark zugelegt haben dabei die Begriffe, die für Autobastler besonders im Frühling relevant sind: also beispielsweise "Autozubehör" (plus 169 Prozent) oder "Autoteile" (plus 82 Prozent). Im Bereich Computer und Zubehör ist ebenfalls ein merklicher Anstieg (11 Prozent) zu beobachten. Einzelne Keywords verteuerten sich um über 30 Prozent, besondere „Ausreißer“ wie der Begriff "Lasertoner" sogar um 51 Prozent. Und der wahrscheinliche Grund für diese rasante Entwicklung wird auch gleich mitgeliefert: Das letzte große Google-Update habe sehr viele so genannte Brückenseiten eliminiert. Da es hiernach nun vielen Shops schwerer fällt, ihre Seiten in den echten Trefferlisten von Google zu platzieren, müssen sie stattdessen bezahlte Suchmaschinen-Anzeigen buchen. Dass der Markt für solche Pay-per-Click-Anzeigen sehr schnell durcheinander gewirbelt werden kann, belegt der Markteintritt von Europas größter Internetapotheke DocMorris im entsprechenden Marketing-Segment. Innerhalb weniger Wochen verteuerte sich das Keyword "Medikamente" um gesunde 94 Prozent auf durchschnittlich 0,74 Euro pro Klick.

Aber der offene Preismarkt kann auch in die entgegengesetzte Richtung abdriften: Da die Osterferien inzwischen vorbei sind und die Sommerferien noch nicht angefangen haben, lassen sich "Reise"-Keywords, die im April noch stark zugelegt hatten, gegenwärtig um 15 Prozent günstiger einkaufen. Die Experten von explido WebMarketing vermuten, dass für viele dieser Begriffe bereits das wirtschaftlich sinnvolle Preisniveau erreicht ist und daneben natürlich auch saisonale Gründe eine starke Rolle spielen.

Overture, Google & Co. versuchen mit immer neuen Features und Wahlmöglichkeiten die eigenen Services für eine möglichst breite Nutzerschicht attraktiv zu gestalten. So hat z.B. Google jetzt neue Optionen für ein regionales Targeting bekannt gegeben. Neben der globalen oder landesweiten Zielgruppenausrichtung haben Kunden nun die Möglichkeit, Anzeigen für Nutzer zu schalten, die innerhalb bestimmter Regionen und Städte oder in einem bestimmten Bereich suchen. Dieser Bereich wird mithilfe des Unternehmensstandorts oder bestimmten Punkten auf einer Karte festgelegt. Google verspricht durch die gezielte Schaltung von Anzeigen in bestimmten Regionen eine höhere Anzahl von relevanten potentiellen Kunden. Denkbar wären hier z.B. Sonderangebote oder spezielle Preise nur für bestimmte Gebiete. Darüber hinaus „experimentiert“ man derzeit mit Image-Anzeigen innerhalb des AdSense-Programms auf den Partnerseiten. Vor allem für Unternehmen, die Branding-Kampagnen durchführen, hat man diese Neuerung entwickelt. Und ganz nebenbei wird Google mit dieser Produktoffensive natürlich auch auf mehr Kundschaft und dadurch auch höhere PPC-Umsätze hoffen.

Für wie verheißungsvoll das Suchmaschinen-Marketing-Geschäft innerhalb der Branche eingeschätzt wird, unterstreicht auch die jüngste Errungenschaft von DoubleClick: Für 58 Millionen US$ in bar wurde der Suchmaschinen-Marketing-Dienstleister Performics übernommen. Performics bietet Dienstleistungen und Technologien für erfolgsbasiertes Online-Marketing an und hat sich auf Suchmaschinen- und Partner-Marketing spezialisiert. Und genau diese Lösungen sollen nun auch in das Produkt-Portfolio von DoubleClick aufgenommen werden.

Noch scheint das Potential beim Geschäft mit den PPC-Anzeigen sehr groß zu sein. Und je schwieriger es wird, in den eigentlichen Suchergebnislisten die vorderen Positionen zu erreichen, desto eher dürfen Unternehmen bereit sein, in kommerzielles Suchmaschinenmarketing zu investieren - zumindest so lange sich die Investitionen rechnen.

Autor:Matthias Robben

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