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IT-Offshoring - Was geht? Was geht nicht?

Reisebericht

13.01.2005 | Artikel drucken | Artikel empfehlen

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1 IT-Offshoring - Was geht? Was geht nicht?
2 Nearshore, Farshore und der richtige Zeitpunkt
3 Organisationsformen und Durchführung
4 Reisebericht

Eine Reise zum Dienstleister sollte Teil des Auswahlprozesses sein. Vor Ort kann man sich am besten von Mitarbeitern, Arbeitsbedingungen und Qualität ein Bild verschaffen. Im Anschluss an die Vergabe sind Reisen zwischen Dienstleister und Anwender aber mindestens ebenso wichtig. Beispielsweie sollten regelmässig Statustreffen gemeinsamer Teams abwechselnd am Ort des Anwenders und am Ort des Offshore-Dienstleisters stattfinden. Dazu sollten Teams während geeigneter Projektphasen, beispielsweise der Anforderungsanalyse oder dem Test an einem Standort zusammenarbeiten.

Da Reisen in die Offshore-Länder häufig für die Anwender ungewohnt sind, endet dieser Bericht mit Reiseeindrücken, um Anwendern möglicherweise bestehende Vorbehalte zu nehmen. Zwei Reisen des Autors werden hier kurz geschildert: eine in das indische Softwarezentrum Bangalore und eine andere zu Softwareunternehmen in Litauen.

Indien: In "electronics city" bestimmen nicht Kühe, sondern High-Tech das Straßenbild

Vor der ersten Reise nach Bangalore mag man Bilder von Indien im Kopf haben, die von Armut und hoher Bevölkerungsdichte, aber auch traumhaft schöner Landschaft und uralten Kulturen geprägt sind. Die meisten dieser Vorstellungen passen nicht zu Bangalore, dem "Silicon Valley Indiens". Wer rechtzeitig reserviert und einen Platz im inzwischen fast täglichen Direktflug Frankfurt - Bangalore bekommt, ist in etwa zehn Stunden dort. Zuvor benötigt er ein Visum, das bei Vorlage einer Einladung des indischen Geschäftspartners innerhalb einer Woche per Post erhältlich ist. Für den Autor waren weitere Vorbereitungen nicht nötig, der Arzt empfahl auch keine besonderen Impfungen für Bangalore. Am Flughafen Frankfurt erfolgte noch ein Geldwechsel in indische Rupien, aber das Geld ist auch im Hotel oder sogar an manchen Geldautomaten in Bangalore erhältlich.

Nachts in Bangalore angekommen, wird man trotz der Menschenmassen schnell vom Abholer gefunden und zum Hotel gefahren. Diese Hotels, sehr zu empfehlen ist das Leela Palace, bieten mindestens den gewohnten Standard einschliesslich Internet-Verbindungen und Geldwechselmöglichkeit und verführen dazu, im Restaurant oder Freibad die Dienstreise zum Urlaub werden zu lassen. Hat man allerdings gleich am morgen zu tun, muss man früh aufstehen - die Zeit ist Deutschland 3,5 Stunden voraus - und bis nach "electronics city" in Bangalore, wo viele IT-Unternehmen ihre Büros haben, ist es mit dem Auto (und Fahrer) noch eine Stunde Fahrt.

In der Regel wird alles vom Gastgeber organisiert, ansonsten kann auch das Hotel einen Fahrer bereitstellen. Die Mutigen können eine Motor-Rikscha anhalten und quer durch das Bangalorische Getümmel fahren. Alles ist voll von Menschen, auf den Strassen ist dichter Verkehr. Von der Armut, die in anderen Teilen Indiens herrscht, ist in Bangalore wenig zu sehen. Grund dafür ist der Aufschwung, den die vielen IT-Firmen hier bringen. Diese Firmen geben ihren Mitarbeitern Arbeitsplätze, die in ihrer Qualität vielen hiesigen Arbeitsplätzen nicht nachstehen. Die Büros sind Glaspaläste in grünen Parks, sodass man mehr an Silicon Valley als an das traditionelle Bild von Indien erinnert wird.

Sicherlich werden Sie bei einem Besuch in Indien davon überwältigt zu sehen, wie weit die indische IT-Industrie fortgeschritten ist.

Litauen: Tagesausflug zu Kollegen

Eine Reise nach Bangalore ist unproblematisch, aber doch zeitintensiv und geht in eine klimatisch und kulturell völlig andere Welt. Eine Reise ins Baltikum nach Litauen lässt erkennen, dass die Distanzen in Nearshore-Länder aus vielerlei Hinsicht viel geringer als in Farshore-Länder oder gar nicht vorhanden sind.

Das beginnt mit der Flugreise: Die Städte Vilnius und Kaunas sind von vielen deutschen Städten via Direktflug erreichbar, beispielsweise von München, Hamburg, Frankfurt und Köln. Die Kosten betragen ein Zehntel des Flugs nach Bangalore, die Flugzeit beträgt um die zwei Stunden. Vilnius und Kaunas sind die Zentren der Informationstechnologie in Litauen, vermutlich historisch bedingt durch die Universitäten, die sich in beiden Städten befinden und die Unternehmen mit Nachwuchs versorgen.

Die beiden Städte sind 1-2 Stunden per Zug oder Auto voneinander entfernt. Beide Städte bestechen durch ihre Schönheit und Vielfalt an historischen Bauten, vor allem in Vilnius ist soviel renoviert worden, dass man sich zu Hause fühlt und nichts mehr vom Sozialismus merkt. Damit ist eine Reise nach Litauen kaum zu unterscheiden von einer Reise nach Hamburg oder München.

Diese Nähe ist es auch, die in den Arbeitsbeziehungen zwischen Litauern und Deutschen spürbar ist: man versteht sich schnell (wenn auch auf Englisch), man teilt ähnliche Ansichten zu vielen Themen, die technischen Grundlagen und Ansprüche sind vergleichbar, und abends das Bier in den Kneipen schmeckt sicher auch, wem das Bier in Deutschland schmeckt. Spätestens beim Abendessen sind dann alle Distanzen des Offshorings überwunden. Das ist vermutlich einer der Hauptgründe, warum es so viele Erfolgseschichen des Offshorings nach Osteuropa gibt.

Bei Fragen zu diesem Thema wenden Sie sich bitte an:
Stefan Meyerolbersleben, it-offshoring.de

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Inhalt:
IT-Offshoring - Was geht? Was geht nicht? Teil 1 IT-Offshoring - Was geht? Was geht nicht?
Nearshore, Farshore und der richtige Zeitpunkt Teil 2 Nearshore, Farshore und der richtige Zeitpunkt
Organisationsformen und Durchführung Teil 3 Organisationsformen und Durchführung
ECIN Solutions - Unternehmensberatung Teil 4 Reisebericht

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