Die Kreditkarte ein akzeptiertes Zahlungsmittel im Internet, und viele Dienstleister stehen bereit, um bei der Einrichtung eines Shops mit Kreditkartenzahlung zu helfen. Wie werden Sie selbst zur Akzeptanzsstelle, welche Ansprechpartner stehen Ihnen zur Seite und wie sieht die konkrete Umsetzung aus?
Sie haben ein Geschäft, das Sie gern auch online präsentieren möchten. Neben der Auswahl eines Providers, der Konzeption des Shops und der Programmierung der Seiten gibt es da die wichtige Frage: Wie können Ihre Kunden die Produkte eigentlich bezahlen? Im Business-to-Business Bereich dominiert die Zahlung per Rechnung, anders jedoch im Geschäft mit dem Endkunden (siehe ECIN Marktbarometer ). Dort gilt es, einfache Verfahren anzubieten, die für beide Seiten akzeptabel, günstig und bequem sind. Beim Versandgeschäft bietet sich zum Beispiel die Nachnahme an. Auch das Bankeinzugsverfahren wird von vielen Kunden wegen der Bequemlichkeit gern genutzt. Der Händler muß jedoch befürchten, daß unseriöse Kunden die Buchung stornieren lassen. Andersherum sieht es bei der Vorauskasse aus: Wer zahlt schon gern, bevor er die Ware erhalten hat, zumal vielleicht an unbekannte Händler? Noch schwieriger wird es, wenn Sie auch ins Ausland verkaufen möchten. Wer einmal Geld in die USA überwiesen hat, weiß wie teuer und umständlich das ist.
Ein simples und inzwischen in allen größeren Shops angebotenes Zahlungsmittel ist die Kreditkarte. Sie bietet in höchstem Maße Bequemlichkeit für den Nutzer und auch den Händler. Stellen sich nur drei Fragen:
• Wie kann ich Kreditkarten-Akzeptanzstelle im Internet werden? • Wie funktioniert die technische und organisatorische Ausgestaltung? • Was ist mit den vielzitierten Sicherheitsrisiken für Kunden und Händler?
Ihr Online-Shop als Akzeptanzstelle Kreditkarten online zu akzeptieren ist recht simpel und erfordert zunächst die gleichen Schritte wie im klassischen Ladengeschäft. Bevor Sie an die technische Abwicklung denken, müssen Sie zunächst offizielle Aktzeptanzsstelle für Kreditkarten werden. Dazu müssen Sie einen entsprechenden Antrag an ein Kreditkarteninstitut stellen bzw. an einen Dienstleister, der Sie als Akzeptanzstelle für die entsprechende Kreditkarte autorisieren kann. Dazu sollten Sie sich überlegen, welche Karten Sie akzeptieren möchten. Von der Verbreitung her haben Sie die Masse der Kartenbesitzer auf Ihrer Seite, wenn Sie Euro/Mastercard und Visa akzeptieren. Wenn Sie höherwertige Produkte anbieten, aus Imagegründen, oder vielleicht, weil Ihnen 90 % der Kartenbesitzer nicht genug sind, möchten Sie vielleicht auch noch American Express oder Diners Club Kunden bedienen. Wir haben für Sie eine Liste von Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammengestellt, bei denen Sie einen entsprechenden Vertrag abschließen können. Sie finden sie bei den Kontaktadressen. Es handelt sich übrigens im Internet um sogenannte Mailorder/Telephone-Order Geschäfte (mehr dazu später). Das müssen Sie beim Antrag angeben. Wenn Sie den Antrag gestellt haben, bekommen Sie für jede Kartensorte eine sogenannte Vertragsuntertnehmernummer (auch VU-Nummer oder Händlernummer genannt), mit der Sie sich gegenüber den Kreditkartenfirmen identifizieren.
Die organisatorische und technische Umsetzung Jetzt dürfen Sie zwar Kreditkartenzahlungen akzeptieren, benötigen jedoch noch die organisatorische Struktur, um die Zahlungen abwickeln zu können. Auch dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten. Sie können bei geringen Umsätzen jede Transaktion von Hand bearbeiten. Das ist zwar auf den ersten Blick kostengünstiger (weil die Provisionen für den Dienstleister entfallen), bringt jedoch neben dem erheblich höheren Arbeitsaufwand auch einige Sicherheitsrisiken mit sich. Inwiefern?
Bei einer manuellen Abwicklung sammeln Sie die Bestellungen auf Ihrem Webserver und rufen sie dort einzeln ab, um sie dann auszudrucken. Oder Ihr Provider bietet z.B. an, jede Bestellung automatisch direkt an Sie zu faxen. Das hat den Vorteil, daß die Daten nicht weiter zwischengespeichert werden und daher keine Gelegenheit zum Datenklau geben. In beiden Fällen müssen Sie anschließend die entsprechende Kreditkartenfirma (Ihren jeweiligen Vertragspartner als Akzeptanzstelle) anrufen und um eine Genehmigungsnummer bitten. Mit dieser Nummer und dem Vermerk "Mailorder" senden Sie den Beleg an Ihren Partner. Einige Zeit später wird Ihnen der Umsatz gutgeschrieben. Sie können sich selbst ausmalen, was für ein Aufwand das wird, wenn Sie einigen Erfolg mit Ihrer Internetfiliale haben. Hinzu kommt das Risiko, daß Sie bei diesem Verfahren nicht online prüfen können, ob die Daten stimmen oder die Karte eventuell gesperrt ist. Dann kann der Anruf beim Akzeptanzpartner ein böses Erwachen mit sich bringen. Bei Versandwaren können Sie den Schaden dann noch halbwegs abwenden. Haben Sie jedoch z.B. Software online verkauft, ist Ihre Ware dann schon "kostenlos" ausgeliefert worden.
Bequemer und sicherer ist da die automatische Abwicklung mit einem weiteren Partner, dem Acquirer. Er verarbeitet Ihre Transaktionen im Hintergrund, prüft online die Plausibilität und Gültigkeit der eingegebenen Daten und nimmt die entsprechenden Buchungen vor. Sie bekommen lediglich einen Report über die vorgenommenen Transaktionen und Gutschriften auf Ihr Konto. In der Regel bezahlen Sie dafür mit einer Einrichtungsgebühr, einer monatlichen Grundgebühr und einem Prozentsatz von jeder Transaktion, abhängig von der Höhe des Umsatzvolumens.