In Europa trennt sich Spreu vom Weizen

02.02.2001 – Die Polarisierung setzt sich fort: Während einige Internet-Companies in den vergangenen Wochen respektable Ergebnisse vermelden konnten, hat sich die Marktkapitalisierung der europäischen Online-Unternehmen im letzten Quartal 2000 nahezu halbiert.

Die Polarisierung setzt sich fort: Während einige Internet-Companies in den vergangenen Wochen respektable Ergebnisse vermelden konnten, hat sich die Marktkapitalisierung der europäischen Online-Unternehmen im letzten Quartal 2000 nahezu halbiert.

Dies ist ein zentrales Ergebnis der neuen (PWC) Internet 150 Studie, die vierteljährlich durchgeführt wird. Demnach besaßen die Top 150 Unternehmen des europäischen Internet-Sektors zum Ende des 4. Quartals 2000 eine Marktkapitalisierung von 100 Milliarden €. Dabei musste im vergangenen Quartal der B2B-Sektor mit durchschnittlich 51 Prozent Wertverlust zum ersten Mal stärker Federn lassen als der B2C-Sektor mit 38 Prozent minus.

Gelang es noch im 2. Quartal des Vorjahres 41 Prozent der Unternehmen schwarze Zahlen zu schreiben, konnten dies im 4. Quartal lediglich 28 Prozent der Unternehmen von sich behaupten.

Deutsche Unternehmen mussten dabei überdurchschnittlich starke Verluste hinnehmen. Während im 3. Quartal noch 45 Prozent des Top 150 Index durch deutsches Unternehmenskapital gefüllt wurde, belief sich dieser Wert im 4. Quartal nur noch auf 35 Prozent.

Es gibt aber auch einen kleinen Lichtblick: Obwohl die Marketingausgaben und damit auch die Cash-Burn-Rate immer noch sehr hoch ist, scheint hier langsam und sicher nicht zuletzt aufgrund von schwierigen Nachfinanzierungen etwas mehr Zurückhaltung einzukehren. Diese scheint auch notwendig, denn laut Kevin Ellis von PWC zeichnen sich profitable Dotcom-Unternehmen nicht durch einen hohen Marketing-Etat sondern durch einen geschickten, zielgruppengerechten Einsatz der zur Verfügung stehenden Mittel aus. Und diese Mittel könnten bald aufgeschöpft sein: Berechnungen von PWC zufolge müssten den TOP 150 Internet-Companies durchschnittlich in 18 Monaten die finanziellen Mittel ausgehen.

 


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